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„Es wird an der Schule gesägt“

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Von: Monika Schmidt

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Das Schulgebäude von Kusey
Es geht um den Erhalt der Kuseyer Grundschule. © Monika Schmidt

Die Zahlen, die der Altmarkkreis für die Schulentwicklungsplanung nimmt, stimmen mit den realen Zahlen nicht überein. Das bringt die Kuseyer Grundschule in Bedrängnis: Laut Kreis reichen die Zahlen nicht, laut Schulleiterin liegen die Echtzahlen weit über der Mindestschülerzahl

Kusey – „Es wird an der Schule gesägt. Und das nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon länger“, begann Sandra Trikaliotis ihre Ausführungen. Die Kuseyer Grundschulleiterin erhielt im Ortschaftsrat Rederecht. Sie verwies darauf, dass die Zahlen des Altmarkkreises, die für die Schulentwicklungsplanung genutzt werden, nicht mit den realen Schülerzahlen übereinstimmen. „Diese realen Zahlen zeigen, dass es mittelfristig nicht erforderlich ist, die Schule zu schließen. Sie kann noch mindestens fünf Jahre Bestand haben“, erklärte Sandra Trikaliotis. 2011, so räumte sie ein, habe es ein schwaches Jahr mit nur elf Einschülern gegeben. Durchschnittlich zwischen 54 und 61 Kinder besuchten die Grundschule. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass eine Grundschule mindestens 60 Schüler haben muss und jedes Jahr 15 Kinder neu eingeschult werden müssen. Gerade bei dieser zweiten Zahl sehen die Klötzer Kommunalpolitiker anhand der ihnen vorliegenden Zahlen Probleme. Dem widersprach die Schulleiterin: So wurde 2020 die erste Klasse erstmals wieder zweizügig eingeschult und es gab 82 Grundschüler in Kusey. 2021 hatte die Schule sogar 89 Schüler. „Wir haben 30 Kinder eingeschult, die der Schule ja noch vier Jahre erhalten bleiben“, informierte Sandra Trikaliotis weiter. Für die Einschulung 2022 liegen bereits 20 Anmeldungen vor. „Dann haben wir nächstes Schuljahr 90 Grundschüler“, betonte die Schulleiterin. Auch für 2023 sind schon 20 Einschüler vorgemerkt. Die Schulentwicklungsplanung geht dagegen in dem Jahrgang nur von 14 Einschülern aus, das wären zu wenig für den Erhalt. „Wir haben 2023 aber 97 Schüler. Das ist das Jahr, für das der Stadtrat die Schließung anvisiert hat“, informierte sie weiter. Dazu kämen 219 Schüler in Kunrau. Und auch für 2024 gibt es bereits 19 Einschüler auf dem realen Plan. „Bis 2026 liegen wir stets deutlich über 60 Kindern“, machte Sandra Trikaliotis deutlich. „Nach dem momentanen Stand ist es wert, die Grundschule zu erhalten“, bat Sandra Trikaliotis den Ortschaftsrat um Unterstützung. Es sei schade, dass in den vergangenen Jahren so wenig investiert wurde. Da hatte die Stadt den Schulen in Klötze und Kunrau den Vorzug gegeben. In Kusey sei dadurch ein Investitionsstau entstanden. Seit 2000 werde bei den Begehungen die dringend nötige Kellersanierung aufgeschrieben, denn es dringt Feuchtigkeit in die Wände ein. „Der schlimmste Punkt, der uns jetzt den Hals brechen kann, ist der Brandschutz“, dessen ist sich Sandra Trikaliotis bewusst. „Schon im Protokoll der Arbeitsschutzbegehung von 2016 ist das sehr stark bemängelt worden“, berichtete sie.

Schwierige Kommunikation mit der Stadt

Dem Schulträger, also der Stadt Klötze, sei eine Frist gesetzt worden, um die Brandschutzauflagen abzuarbeiten. Es habe eine Sondergenehmigung für den Betrieb der Kuseyer Schule gegeben. Die Stadt beantragte Fördermittel, die für 2021 in den Haushalt eingestellt, aber mit einem Sperrvermerk versehen wurden. „Der Schulträger muss sich melden, ob er die Auflagen erfüllen will“, informierte die Schulleiterin weiter. Sie hatte deshalb versucht, Antworten von der Stadt zu bekommen. „Aber die Kommunikation ist schwierig“, stellte Sandra Trikaliotis einmal mehr fest. So habe der Schulträger bei der Gesamtkonferenz im Herbst eine Stunde vorher die Teilnahme abgesagt. Die Fragen, die dort aufkamen, hatte die Schulleiterin per Mail an die Stadt geschickt – eine Antwort blieb, auch auf ein weiteres Nachhaken, aus. „Bis jetzt hat sich niemand gemeldet“, bedauert Sandra Trikaliotis. Ebenso auf die Fragen nach dem noch ausstehenden Schulsportplatz. „Wir bekommen keine Antworten“, bedauerte sie.

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