Die Polizei warnt

Falsche Inkasso-Schreiben sind unterwegs

Ein gefaktes Schreiben eines Inkasso-Unternehmens
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Schreiben von einer angeblichen Inkasso-Firma verunsichern die Altmärker.
  • Birgit Stephani
    VonBirgit Stephani
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Steimke – Birgit Pfefferkorn aus Steimke traute ihren Augen nicht recht, als sie vor wenigen Tagen ihren Briefkasten leerte. Darin befand sich ein Brief der Fordinal Forderungs AG aus Köln mit einer Forderung von 268,46 Euro.

„Letzte außergerichtliche Mahnung“ prangt groß auf dem Brief. Entstanden sein sollen die Kosten durch die Teilnahme am „Eurowin 24 - Euro Jackpot 6/49“ ist in dem Schreiben zu lesen. Birgit Pfefferkorn ist verunsichert. Tatsächlich hat sie einmal Lotto in einer Art Abo-System gespielt, dieses aber längst gekündigt.

Statt reflexartig den beigefügten Überweisungsträger zur Bank zu geben, behielt die Steimkerin die Nerven, denn beim genauen Betrachten des Briefes fallen ihr die vielen Rechtschreibfehler auf. Die machen sie stutzig. Los geht es schon im ersten Satz des Schreibens. Dort steht: „Unser Mandant hat uns bevollmächtigt, die unten aufgeführte gemahnte Forderung, aus Ihrer telefonischen Anmeldung zum Dienstleistungsvertrag“. Der Satz endet also, ohne einen wirklichen Sinn zu ergeben, ein Verb fehlt gänzlich. Außerdem scheint dem Verfasser die Klein- und Großschreibung gänzlich unbekannt zu sein. Auf Birgit Pfefferkorn macht die Sache nach längerem Betrachten keinen seriösen Eindruck. Also fährt sie ihren Computer hoch und gibt den Namen der angeblichen Firma in eine Suchmaschine ein. Schnell wird sie dabei fündig.

Die Schreiben sind in der jüngsten Vergangenheit an vielen Stellen in ganz Deutschland aufgekommen. Das bestätigt auch die Polizei, die herausfinden konnte, dass „das angebliche Inkasso-Unternehmen nicht existiert und eine ausländische Gruppierung bereits deutschlandweit mit dieser Masche in betrügerischer Absicht agiert.“ Der Eindruck wird dadurch verstärkt, da das Geld nicht auf ein deutsches, sondern ein ausländisches Bankkonto überwiesen werden soll.

Auch der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen warnt auf seiner Homepage vor der Fordinal Forderungs AG.

Birgit Pfefferkorn hat übrigens richtig gehandelt. Sie hat sich nicht unter Druck setzen lassen, ist zur Polizeidienststelle nach Klötze gefahren und hat Anzeige erstattet. Gleichzeitig ist es ihr aber auch ein Anliegen, alle anderen Bürger zu warnen, weshalb ihr nächster Gang sie zur Altmark-Zeitung führte. Der Polizei liegt übrigens auch noch eine zweite Anzeige aus dem Altmarkkreis vor und warnt daher: Das Unternehmen existiert nicht. Es handelt sich um Fake-Inkasso. Reagieren Sie nicht auf solche Schreiben.

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