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Das Beste für den Ort rausholen

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Von: Monika Schmidt

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eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage mit Windrädern im Hintergrund
Mehrere Anträge für Solarparks mit Freiflächenfotovoltaik liegen in der Stadt Klötze vor. © Monika Schmidt

Wie groß sollen Solarparks sein? Welche Vorteile hat der Ort, in dem sie stehen, davon? Diese Fragen soll das Energiekonzept der Stadt Klötze klären. Bis dieses steht, liegen alle Anfragen von Investoren auf Eis.

Klötze / Steimke – Weil die Stadt Klötze ihr Energiekonzept noch nicht fertig hat, haben die Steimker die Diskussionen über einen Solarpark erst einmal auf Eis gelegt. Wie Ortsbürgermeister Frank Kraskowski erklärte, mache es keinen Sinn, sich die Köpfe heißzureden und etwas zu beschließen, wenn der Stadtrat am Ende etwas ganz anderes festlege. Deshalb soll nun abgewartet werden, bis die Arbeitsgruppe Fotovoltaik Ergebnisse vorlegt. Dennoch fragten Einwohner während der jüngsten Sitzung zum Thema und ließen sich erklären, was genau in Steimke geplant sei. Frank Kraskowski berichtete, dass es den Antrag einer Firma an die Stadt gebe, auf einer Fläche von 100 Hektar hinter der Steimker Schweinemastanlage eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage zu errichten. „Aber die Stadt will mit dem Energiekonzept erst die Vorgaben festlegen, zum Beispiel über die Größe solcher Anlagen“, informierte der Ortsbürgermeister. Der Ort selbst habe kein Entscheidungsrecht, sondern kann nur eine Empfehlung an den Stadtrat geben. „Die hat dann hoffentlich Einfluss auf die Stadträte“, sagte Frank Kraskowski weiter. Weil das Energiekonzept noch fehlt, haben die Steimker die Diskussion wieder abgebrochen. „Es bringt nichts, einen Beschluss zu fassen, wenn wir nicht wissen, was wir dürfen“, erläuterte er den Einwohnern.

Etwas für den Ort rausholen

„Die Frage ist ja, was hat Steimke davon?“, nannte Frank Kraskowski einen Punkt, über den die Ortschaftsräte diskutiert hatten. Wünschenswert wäre es, wenn die Stadt beschließen würde, dass jeder Ort am Ertrag einer solchen Anlage auf seinem Gebiet beteiligt wird. Allerdings habe es nach seinen Informationen bislang erst ein Treffen der Arbeitsgruppe Fotovoltaik gegeben. Auch in anderen Kommunen im Kreis werde ähnlich verfahren, wusste Frank Kraskowski zum Beispiel aus Gardelegen. Dort hingen etwa 20 Solarparks „in der Pipeline“, aber es gebe ebenfalls kein Konzept, weshalb die Entscheidungen aufgeschoben würden, hatte der Steimker in Erfahrung gebracht. Auch in der Einheitsgemeinde Klötze gibt es mehrere Anträge von Firmen, Solarparks zu errichten. Auf die Region gekommen sind die meisten, weil sie auf Landkarten nach großen zusammenhängenden freien Flächen gesucht hatten, von denen die Altmark sehr viele bietet. Im Rahmen ihrer Diskussion hatten die Steimker Ortschaftsräte bereits eine Auflistung von Pro und Contra zu Solarparks gemacht. „Dabei überwiegen die Vorteile“, berichtete Ratsmitglied Robert Drefenstedt den Einwohnern. Weil Gelder fließen, die der Kommune zugutekommen, nannte er als einen Punkt auf der Pro-Liste. Ein Nachteil sei, dass Flächen versiegelt werden. „Aber das ist meiner Ansicht nach besser, als wenn sie vergüllt werden oder nur Mais angebaut wird oder Rüben angebaut werden und wir den Verkehr der Rübenlaster im Ort haben“, nannte Robert Drefenstedt weitere Argumente, die der Ortschaftsrat besprochen hat. „Ein Solarpark wird irgendwann ohnehin kommen, aber dann haben wir vielleicht kein Mitspracherecht mehr“, befürchtete er. Deshalb wollen die Steimker versuchen, so viel wie möglich für den Ort rauszuholen. „Das kommt am Ende allen zugute“, betonte das Ortschaftsratsmitglied.

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