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Sportler können auf Stadträte verzichten

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Von: Monika Schmidt

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ein Tanzworkshop für Kuseyer Grundschüler in der Sporthalle
Die Kuseyer Sporthalle wird nicht nur für Sport, sondern auch für Projekte und andere Veranstaltungen genutzt. © Monika Schmidt

Personen, die für die Schließung der Kuseyer Grundschule gestimmt haben, sind beim Kuseyer Sportverein ab sofort als Gäste „verzichtbar“. Das hat der TSV beschlossen.

Kusey – Der Unmut und die Ängste der Mitglieder des Kuseyer Sportvereins (TSV) richteten sich bei der Jahreshauptversammlung gegen die Stadträte, die kurz zuvor für die Schließung der Kuseyer Grundschule gestimmt hatten. Der Verein befürchtet, dadurch auch getroffen zu werden. René Warnecke hatte deshalb bei der Versammlung den Antrag gestellt, diese Stadträte zu „unerwünschten Personen“ zu erklären, wie TSV-Pressewart Wolfgang Mosel informiert. Vorsitzender Thomas Mann zeigte zwar Verständnis für den Zorn des Sportlers, stellte aber klar, dass die Stadt Klötze der Eigentümer der Sportstätten ist und dies deshalb nicht so geht. Dass das Tischtuch dennoch zerschnitten ist, belegt die Formulierung, auf die sich die Kuseyer Vereinsmitglieder stattdessen einigten: „Die Anwesenheit der Personen, die die Schließung der Grundschule Kusey beschlossen haben, ist bei Veranstaltungen des TSV Kusey verzichtbar.“ Auch Ortsbürgermeister Norbert Nieder bekräftigte bei der Versammlung seine Unterstützung für den Verein: „Ich werde als Ortsbürgermeister von Kusey nicht zulassen, dass der TSV in Folge der Schließung der Grundschule bei der Nutzung der Sportstätten schlechter gestellt wird als andere Sportvereine“, versicherte Nieder den Vereinsmitgliedern. „Ich werde es nicht hinnehmen, dass der TSV Kusey einen Großteil seiner Finanzen, die für die Erfüllung seiner Aufgaben gedacht ist, für die Bewirtschaftung der Turnhalle einsetzen muss.“ Denn genau darin liegt die große Sorge des Sportvereins: Der TSV stellt sich darauf ein, „dass die Stadt Klötze bestrebt sein wird, die Bewirtschaftung der Turnhalle dem Verein aufzubürden“, teilt Wolfgang Mosel mit. Das würde den Verein in eine finanzielle Schieflage bringen, so die Sorge.

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