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Die Kuseyer Grundschule wird geschlossen

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Von: Monika Schmidt

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Menschen mit Plakaten protestieren vor einem Gebäude
Mit Plakaten und Trillerpfeifen demonstrierten die Kuseyer vor dem Klötzer Rathaus für den Erhalt der Grundschule. © Monika Schmidt

Der Protest der Kuseyer Eltern, Schüler und Lehrer vor der Stadtratssitzung nützte nichts: Der Klötzer Stadtrat beschloss die Schließung der Grundschule nach Ende des nächsten Schuljahres.

Klötze / Kusey – Die Kuseyer Grundschule wird zum 31. Juli 2023 geschlossen. Das hat der Klötzer Stadtrat beschlossen. Zwölf Mitglieder stimmten mit Ja, sieben mit Nein, dazu gab es drei Enthaltungen.

In der Diskussion tauschten vor allem der Kuseyer Thomas Mann (CDU) und der Quarnebecker Marco Wille (UWG) intensiv die unterschiedlichen Meinungen zu dem Thema aus. Mann hatte zum wiederholten Mal gesagt, dass sich die UWG nicht an ihre Wahlversprechen halte. Darauf konterte Marco Wille mit einem Flyer, den er extra für den Kuseyer mitgebracht hatte. Diesem sei zu entnehmen, dass das Ziel der UWG „die beste Bildung für unsere Schüler“ sei. Und diese gebe es eben nicht in der Kuseyer Grundschule, sondern in den sanierten Schulen von Kunrau und Klötze, argumentierte Wille. Durch die Konzentration der Lehrer an zwei statt drei Standorten könnte eine bessere Unterrichtsversorgung hergestellt werden und die Lehrer „vernünftig aufgeteilt werden“. Dem Kuseyer warf er vor, „die Wahrheit so in die Richtung zu rücken, wie man es braucht“. Den Satz mit der „verbesserten Bildung“ in den größeren Klassen hatte zuvor auch schon Bürgermeister Uwe Bartels geäußert – und dafür höhnisches Gelächter der Zuhörer aus Kusey kassiert. „Witz komm’ raus“, so lautete ein Zwischenruf auf die Mitteilung, dass es Probleme gebe, den Unterricht in Kusey abzusichern. „Einige Fächer werden teilweise gar nicht beschult“, sagte Uwe Bartels unter erneuten Zwischenrufen, die der Stadtratsvorsitzende unterband. Auftragsgemäß verwies Bartels auf die ihm überreichte Unterschriftenliste aus Kusey und anderen Orten. Thomas Mann bezeichnete den Bürgermeister als „arrogant“, da er sich den Fragen der Bürger nicht stellte. Er hatte deshalb einen Katalog mit Fragen vorbereitet, die er entsprechend der Geschäftsordnung schriftlich beantwortet haben möchte. 

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