Klötzer Stadtrat muss über Gaus‘schen Park entscheiden

„Abwägen, ob wir uns das leisten können“

Ein heruntergefallener trockener großer Ast liegt mitten in einer Parkanlage, in der das Unkraut wuchert.
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Der Gaus‘sche Park in Klötze macht derzeit einen verwilderten Eindruck.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Kann sich die Stadt Klötze die Investition in einen Park, der ihr nicht gehört, überhaupt leisten? Über diese Frage muss der Stadtrat noch eine Entscheidung treffen.

Klötze – Eigentlich sollte schon längst mit der Gestaltung des Gaus’schen Parks begonnen sein. Noch bei der Ortschaftsratssitzung im März hatte Ortsbürgermeister Raimund Punke berichtet, dass er der Gestaltung für den Park seine Zustimmung gegeben hatte und es bald losgehen soll. Inzwischen ist Oktober und im Park hat sich noch nicht viel verändert. Außer dass die Stadtwirtschaft nach Beschwerden von Einwohnern im Sommer das Unkraut einmal zurückgeschnitten hatte. Von einer Gestaltung des Parks ist aber noch nichts zu sehen. Und das wird sich wohl auch so schnell nicht ändern, wie Bürgermeister Uwe Bartels auf AZ-Anfrage informierte. Der Hauptausschuss hatte sich im nichtöffentlichen Teil laut Tagesordnung mit der „Umsetzung eines Projektes im Gebiet Stadtumbau Ost“ beschäftigt. Dabei ging es nach AZ-Recherchen um den Gaus’schen Park. „Die Fördermittel sind da, aber die Kosten sind explodiert“, berichtete Uwe Bartels. Um das Zweieinhalbfache seien sie seit Beginn der Planung angestiegen. Mehr als 135 000 Euro, so hatte vor einem Jahr Hauptamtsleiter Matthias Reps erinnert, könne die Stadt angesichts der Haushaltslage nicht für die Maßnahme ausgeben. Im Etat für 2020 stehen als bewilligte Fördermittel aus dem Jahr 2018 sogar nur 70000 Euro. Diese Summe müsste nun weit überschritten werden.

Stadtrat muss abwägen

Deshalb hatte sich bei den Verantwortlichen die Frage gestellt, ob sich die Stadt Klötze die Investition in den Park, der ihr nicht einmal gehört, überhaupt noch leisten kann. „Wir müssen abwägen, ob die Stadt das unter diesen Bedingungen überhaupt noch so umsetzen kann“, hatte Uwe Bartels mitgeteilt und die Stadträte um eine Entscheidung gebeten. Es gebe zwar einen langjährigen Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem privaten Besitzer, informierte er die AZ. Es sei aber ungewiss, ob dieser seine geplanten Investitionen ebenfalls umsetzen werde. Deshalb hatte die Verwaltung den Kontakt zu dem Besitzer gesucht. Grundsätzlich sei auch der Stadt Klötze daran gelegen, ihre Außendarstellung durch ein schönes Ortsbild zu verbessern, versichert die Verwaltung. Bislang habe der Gaus’sche Park dazu nicht beigetragen. Die Stadträte sollten nun entscheiden, ob eine Aufwertung der privaten Fläche mit Stadtumbaumitteln und einem Eigenanteil der Kommune umgesetzt werden sollte. Der Ortschaftsrat hat sich bereits dafür ausgesprochen. Es müssten aber noch zwei Sachverhalte im Sachgebiet Baudienstleistungen geklärt werden, bevor eine abschließende Entscheidung des Stadtrates gefällt wird, informierte Hauptamtsleiter Matthias Reps auf AZ-Anfrage.

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