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Gefahr für Kirchgänger und Passanten: Gotteshaus in Trippigleben ist gesperrt

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Von: Monika Schmidt

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eine marode Fachwerkkirche im Drömling
Die Kirche in Trippigleben ist mit einem Bauzaun abgesperrt. © Monika Schmidt

Lose Teile, die aus der Kirche in Trippigleben fallen, sind eine Gefahr für Passanten. Das Gotteshaus ist gesperrt, für eine Sanierung fehlt noch das Projekt.

Trippigleben – Dass die Fachwerkkirche in Trippigleben in keinem guten Zustand mehr ist, können auch Laien sehen, wenn sie einen Blick auf den schiefen Kirchturm, auf fehlende Gefache und heruntergefallene Dachsteine werfen.

Nun musste der Kirchenkreis endgültig handeln. Die Kirche ist komplett gesperrt, weil von ihr eine Gefahr für Kirchgänger und Passanten ausgeht. Seit Kurzem ist die Kirche mit einem Bauzaun abgesperrt. „Die Standsicherheit ist nicht mehr zweifelsfrei gegeben“, teilt Rainer Wellkisch, Baupfleger im Salzwedeler Kreiskirchenamt, auf Anfrage der AZ mit. Es wurde ein Holzschutzgutachten erstellt. Dabei wurde festgestellt, so teilt er mit, „dass große Teile der Konstruktion des Kirchturms und Teile des Kirchenschiffs dringend einer Sanierung bedürfen“. Besucher und Passanten könnten durch herabfallende Bauteile getroffen werden – und das nicht nur wie jüngst bei den Stürmen, die so manches Dach und Gebäude an den Rand der Standhaftigkeit brachten. In Trippigleben besteht auch ohne Wind die Gefahr, dass lose Teile aus dem Fachwerk, vom Dach, vom Kirchenschiff oder vom Kirchturm herabfallen. Die Kirchengemeinde hat deshalb den Bauzaun aufgestellt und das Betreten der Kirche untersagt. Auch die Glocken werden nicht mehr geläutet. Die Kirche ist somit komplett gesperrt.

Eventuell wird der Turm abgetragen

Die Sanierung erweist sich aber als gar nicht so einfach, wie Rainer Wellkisch weiter erklärt. Zunächst müsse eine Notsicherung gemacht werden. „Der Statiker konnte jedoch keine praktikable Lösung zur Sanierung des Turms im Bestand finden“, sagt der Baupfleger. Anders als bei den benachbarten Drömlingsfachwerkkirchen in Dannefeld und Wenze sei ein Abstützen des Turms technologisch schwer umsetzbar. Da die Vorarbeiten zur Sicherung so aufwendig sind, würden sie unnötige Gelder verschlingen. Geld, das ohnehin noch nicht da ist. „Das Sicherungskonzept soll deshalb so ausgelegt werden, dass es bereits ein Teil des Sanierungskonzeptes ist“, erklärt Rainer Wellkisch das Vorhaben. Es müssen aber noch zahlreiche Details mit der Denkmalpflege abgeklärt werden. Das Holzgutachten hat ergeben, dass es erhebliche Holzschäden am Turm und am Kirchenschiff gibt. Derzeit wird in einem ersten Schritt ein Projekt zur Sicherung des Turms erarbeitet. Es kann aber auch sein, dass der Turm abgetragen werden muss, kündigt Rainer Wellkisch an. Aktuell gibt es noch keine Kostenschätzung für die Sanierung. Deshalb konnten auch noch keine Fördermittelanträge für das Vorhaben gestellt werden. Zwei Dinge stehen fest: Billig wird es nicht. Und das Geld für die Sanierung muss erstmal aufgetrieben werden.

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