Rotmilane verunglückten an Neuferchauer Windrad / Kreis erwägt Auflagen für Windpark-Erweiterung

„Die Kehrseite der grünen Energie“

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Ein Fund, den Hans-Jürgen Lüder aus Neuferchau sehr bedauert: Direkt am Fuß einer Windkraftanlage entdeckte der Jäger innerhalb von drei Wochen zwei tote Rotmilane. Beide Vögel kamen sehr wahrscheinlich an den Rotorblättern zu Tode.

Neuferchau. „Das ist die Kehrseite der grünen Energie“, sagt der Jäger und ehemalige Landwirt Hans-Jürgen Lüder, während er bei Neuferchau aus einem an einer Windkraftanlage wachsenden Gebüsch einen Rotmilan hervorholt.

Frisch ist der Kadaver zwar nicht mehr, die charakteristischen tief gegabelten Schwanzfedern lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass es sich um die auch als Gabelweihe bezeichnete Greifvogelart handelt.

Vor wenigen Tagen hat der Neuferchauer Jagdpächter das ausgewachsene Exemplar gefunden, als er gerade auf dem Weg zum abendlichen Bockansitz im auch als Hühnerberg bekannten Revierteil war. Kein Einzelfall: „Etwa drei Wochen ist es her, als ich hier schon mal einen toten Rotmilan gefunden habe“, blickt der Neuferchauer im Gespräch mit der AZ zurück. Dass beide Vögel – der Jäger vermutet ein Pärchen – durch die Rotorblätter der Windkraftanlage zu Tode gekommen sind, steht für Hans-Jürgen Lüder außer Frage.

Dass das von Windpark-Betreibern in der Regel anders gesehen wird, weiß Joachim Funke, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel. „Oft wird argumentiert, dass die unter Windrädern gefundenen Vögel möglicherweise geschwächt waren und eines natürlichen Todes gestorben sind“, erklärt der Kreisbedienstete im AZ-Gespräch. Zumindest der zweite tot aufgefundene Milan bei Neuferchau soll deshalb nun von Fachleuten der Staatlichen Vogelschutzwarte in Steckby begutachtet werden, um sachkundige Aussagen zur Todesursache treffen zu können.

Von Matthias Mittank

Welche Auswirkungen das auf die geplante Erweiterung des Neuferchauer Windparks hat, lesen Sie am Donnerstag in der Altmark-Zeitung.

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