Eindringlicher Appell an die Klötzer Stadträte

Kunrauer kämpfen für den Erhalt ihres Freibades

Ein leeres Becken in einem ungenutzten Freibad, im Vordergrund wächst Unkraut.
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Die Filteranlage weg, kein Wasser im Becken und das Unkraut wuchert - das Kunrauer Freibad steht vor dem Aus.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Für den Erhalt des Kunrauer Freibades kämpften die Einwohner im Klötzer Stadtrat. Unterstützung gab es nur von der UWG-Fraktion.

Kunrau / Neuferchau – „Ich bitte Sie inständig, unser Freibad zu erhalten.“ Es war ein eindringlicher Appell, den Kerstin Rose aus Kunrau an die Klötzer Stadträte richtete. Wie angekündigt waren eine Reihe von Mitgliedern des Kunrauer Freibadfördervereins und andere Interessierte in den Neuferchauer Saal gekommen, um sich für den Erhalt des Freibades stark zu machen. Die Kunrauer Grundschullehrerin, die an der Einrichtung für den Schwimmunterricht zuständig ist, sprach auch im Namen ihrer Schüler, als sie sich für den Erhalt des Freibades stark machte. „Die Probleme sind seit Jahren bekannt“, erinnerte Kerstin Rose, dass die fehlende Überlaufrinne schon länger angemahnt wurde und auch Veränderungen im Becken gefordert wurden. „Fördermittel hätten schon längerfristig beantragt werden sollen“, hätte sie sich gewünscht. Vor allem sollte die Stadt versuchen, an mehreren Stellen Fördermittel einzuwerben. Die Verwaltung hätte sich intensiver mit dem Thema beschäftigen müssen. Stattdessen werde nicht genügend getan, um das Bad zu sanieren. „Das ist unverantwortlich gegenüber den Kindern“, stellte Kerstin Rose fest und verwies auf Studien, nach denen fast 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer sind. „Wer Schwimmbäder schließt, handelt verantwortungslos. Dieser Aussage der DLRG stimme ich zu 100 Prozent zu“, betonte die Lehrerin.

Fraktionen sollen Stellung beziehen

Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski forderte die Stadträte auf, Stellung zu beziehen. Als Erster griff Randy Schmidt das Thema auf: „Wir sollten das hier schnellstmöglich auf die Agenda heben“, bat er seine Mitstadträte. „Wir können uns jetzt schon ausmalen, was 2022 passiert. Deshalb sollte das Bad schnell Tagesordnungspunkt werden.“ Fördervereinsvorsitzender Robert Liebelt wollte vom Stadtrat und der Verwaltung ein Bekenntnis zum Kunrauer Bad haben. Der Förderverein habe fast ein Jahr lang „die Füße stillgehalten“, erinnerte er. Es sei immer gehofft worden, dass es irgendwann das Okay für die Badsanierung gebe. „Für uns wäre es wichtig, dass der Stadtrat Stellung bezieht, ob es finanziell möglich ist, beide Bäder zu erhalten“, wollte Liebelt wissen. „Da können wir zurzeit keine Antwort drauf geben“, bedauerte Klaus Ewertowski. Hans-Jürgen Zeitz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UWG, informierte, dass sich die Fraktion bei einer Zusammenkunft mit dem Thema befasst hatte. Er könne dem Förderverein und den Einwohnern bestätigen: „Wir haben positiv für den Erhalt des Kunrauer Bades gestimmt. Wir wollen es weiter betreiben, aber wir wissen wegen der Haushaltslage der Stadt auch nicht, wie es zurzeit gehen soll.“

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