Der Buchsbaumzünsler hat zugeschlagen

Hecke am Kunrauer Park ist nur noch oben grün

Der Falter, der sich aus der Raupe des Buchsbaumzünslers entwickelt hat, landet an einem Buchsbaumblatt
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Die Falter des Buchsbaumzünslers leben nur wenige Tage und legen dabei ihre Eier zwischen den Blättern ab, so auch im Kunrauer Schlosspark
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Die Hecke aus Buchsbaum hinter dem Kunrauer Schloss ist nur noch an den Spitzen grün. Der Buchsbaumzünsler hat zugeschlagen.

Kunrau – Im von der Stadtwirtschaft erst vor wenigen Jahren neu gestalteten Rondell hinter dem Kunrauer Schloss hat sich ein Schädling eingenistet. Der Buchsbaumzünsler aus Asien hat nun auch im Kunrauer Park einen Platz gefunden. Der Schädling ist vielen Gartenbesitzern schon seit Jahren bekannt. Unter anderem richtete er im Böckwitzer Bauerngarten großen Schaden an. Nur mit viel Geduld und Aufwand konnten dort die Buchsbaumumrandungen des Nutz- und Kräutergartens erhalten werden. Unter anderem, weil die Blätter regelmäßig mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel behandelt wurden, die verhinderte, dass sich die Raupe an den Blättern festhalten kann. In diesem Jahr klagen immer mehr Gartenbesitzer in der Region, dass sich der Buchsbaumzünsler bei ihnen eingenistet hat. Von April bis Oktober ist der Schädling aktiv. Sein Lebenszyklus: Die letzte Raupengeneration des Jahres überwintert gut versteckt in Gespinsten im Innern des Buchsbaums und verpuppt sich im Frühling. Aus den Puppen schlüpfen Falter, die innerhalb weniger Tage neue Eier auf den Buchsbäumen ablegen. Daraus schlüpft die nächste Raupengeneration. Pro Jahr treten zwei, bei großer Wärme auch drei Generationen auf.

Versuch, den Buchsbaum zu erhalten

Auch wenn sich die Buchsbaumumrandung am Rondell derzeit nur noch im obersten Bereich mit grünen Blättern präsentiert, soll der Buchsbaum noch nicht aufgegeben werden. Denn auch die Experten sagen, dass sich selbst stark abgefressene Büsche wieder erholen können und neu austreiben. Deshalb ist nun Geduld gefragt. Auch Uwe Bock, der den Schädlingsbefall während seiner Amtszeit als Ortsbürgermeister entdeckt hatte, war dafür, die Hecke erstmal stehen zu lassen. Im nächsten Jahr setzen die Kunrauer auf die Hilfe von Spatzen, Kohlmeisen und Wespen, die die Raupen inzwischen gerne fressen.

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