Wohl zum 1. Juli bezugsfertig sein / „Bausubstanz nicht wie erwartet“

SCA-Betreuungszentrum: Deutlich aufwendiger als gedacht

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Sahen sich gestern im Rahmen einer Baubesprechung im künftigen Seniorenwohn- und Betreuungszentrum an der Klötzer Hagenstraße um: Planer Marco Kelle (v.l.), Bauleiter Siegfried Bossogs und SCA-Geschäftsführerin Bärbel Müller.

Klötze. Der seit Ende November laufende Umbau des alten Arbeitsamtes an der Klötzer Hagenstraße zum Seniorenwohn- und Betreuungszentrum gestaltet sich deutlich aufwendiger als im Vorfeld angenommen.

„Mit den 1,5 Millionen Euro werden wir wohl nicht ganz hinkommen“, sagte gestern Bärbel Müller, Geschäftsführerin des Socialcentrums Altmark (SCA), im Rahmen eines Pressegespräches auf der Baustelle. Doch Bauleiter Siegfried Bossogs kann beruhigen: „Wir haben alles im Griff. Zum 1. Juli wird das Objekt bezugsfertig sein. “.

Wo hat es gehakt? „Bei einer Bausubstanz aus den 90er Jahren hätten wir anderes erwartet“, formulierte der Bauleiter vorsichtig. Bei den ersten Begehungen habe vom Fundament bis zum Dach „alles schick“ ausgesehen, blickte Bossogs zurück. Doch der Schein trügte. Bereits bei den ersten Stemmarbeiten der mit dem Umbau beauftragten Stendaler Baufirma seien die Probleme zu Tage gekommen – an zahlreichen Stellen mangelte es an Stahlbewehrungen und -trägern. Statiker und Materialprüfer haben sich daraufhin das gesamte Gebäude angesehen. Das Objekt wurde komplett vermessen, Decken wurden mit spezieller Messtechnik befahren, Stahl wurde nachträglich zur Verstärkung eingebaut. Derzeit beheben Mitarbeiter eines örtlichen Dachdeckerbetriebes die letzten Mängel am teilweise undichten Dach.

Im Inneren ist derweil die Aufteilung der Räumlichkeiten schon gut zu erkennen. Das, wie es Planer Marco Kelle bezeichnete, „opulent große Treppenhaus“ wurde bereits Anfang des Jahres herausgerissen. An dessen Stelle entstanden in den einzelnen Etagen Gemeinschaftsräume mit Terrassen. Die neuen Fenster wurden vor gut drei Wochen eingebaut. In den insgesamt elf 30 bis 60 Quadratmeter großen Wohnungen sind die Elektroarbeiten und der Trockenbau schon weit vorangeschritten. Seit Anfang dieser Woche wird der Estrich, also der Fußboden, gegossen. Demnächst soll es mit der Fassade weitergehen, die in den Farben Altweiß und Grün erstrahlen soll. „Das sind unsere Farben und die der Stadt Klötze“, so Müller.

Anders als zunächst geplant wird im Erdgeschoss ein großer Ruhe- und Therapieraum mit über 80 Quadratmetern Grundfläche entstehen. Ursprünglich waren an dieser Stelle zwei Räume geplant. „So haben wir mehr Raum für unser nächstes Projekt – eine mobile Reha. Aber das ist noch eine Zukunftsvision“, ließ Bärbel Müller schon einmal durchblicken.

Zusätzlich zu den elf Wohnungen entstehen noch 15 Tagespflege- und vier sogenannte Verhinderungspflegeplätze. „Das ist so ähnlich wie Kurzzeitpflege, aber ambulant – und dafür gedacht, dass pflegende Angehörige auch mal in den Urlaub fahren können“, erläuterte die SCA-Geschäftsführerin das Konzept. Dieses soll der interessierten Öffentlichkeit am 9. Mai näher vorgestellt werden. Denn an diesem Tag organisiert die Stadt Klötze auf dem Schulplatz den „Deutschen Städtebautag“, bei dem auch das SCA mit einem Stand vertreten sein wird. Erst danach sollen die Vorverträge mit den Mietern abgeschlossen werden. „Die Liste an Interessenten ist lang“, weiß Müller um die große Nachfrage.

Mit der räumlichen Ausdehnung des SCA entstehen auch Arbeitsplätze. So sollen drei Pflegekräfte, zwei Betreuungskräfte und eine Verwaltungskraft eingestellt werden.

Von Matthias Mittank

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