1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Klötze

Kuseyer wollen ihre Schule retten

Erstellt:

Von: Monika Schmidt

Kommentare

Ein rotes Haus
Sobald der Neubau fertig ist, zieht die Kuseyer Kita aus diesem Gebäude aus. Es könnte verkauft werden. © Monika Schmidt

Der Kuseyer Ortschaftsrat sammelt Argumente, warum die Grundschule nicht geschlossen werden soll.

Kusey - „Wir müssen den Stadtrat überzeugen, dass die Schule nicht geschlossen wird.“ Dieses Motto gab der Kuseyer Ortsbürgermeister Norbert Nieder bei der Ortschaftsratssitzung aus. Grundschulleiterin Sandra Trikaliotis hatte den Ortschaftsräten dafür zahlreiche Argumente geliefert, unter anderem nannte sie die realen Schülerzahlen, die von den Schätzungen des Kreises abweichen. Dennoch hatten bei der Debatte im Hauptausschuss vor allem auch Stadträte aus den Dörfern für eine Schließung argumentiert. Das kritisierte Norbert Nieder: „Es ist beschämend. Die UWG-Fraktion hat im Wahlkampf gesagt, sie will die kleinen Schulen erhalten und jetzt machen Politik gegen die kleinen Schulen“, schimpfte der Ortsbürgermeister. Deshalb sei es wichtig, den Stadträten deutlich zu machen, dass sie Schülerzahlen für Kusey reichen. „Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, die Schule zu erhalten“, betonte Nieder. Und er erinnerte an einen Vorschlag, der schon mehrfach diskutiert wurde: Der Hort könnte vom Gutshof in die Schule umziehen. „Dann haben wir das Gebäude als Kostenstelle weg. Und wenn dann noch die alte Kita wegkommt, zeigen wir, dass wir alles tun, um Kosten zu sparen“, argumentierte er. Die Argumente für die Schulschließung seien „an den Fingern herbeigezogen und stimmen nicht.“ Die Zahlen, mit denen der Stadtrat agiert, seien nicht richtig. „Wenn man den Beschluss fasst, den Brandschutz zu machen, muss man das auch umsetzen“, forderte der Kuseyer Ortsbürgermeister. Je länger nun gewartet werde, desto teurer werde die Baumaßnahme. „Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man sich nicht an das hält, was beschlossen und vereinbart wurde“, ärgerte sich Norbert Nieder.

Nur „teilinformiert“

„Ich plädiere dafür, richtige und vollständige Zahlen auf den Tisch zu bringen. Die Verwaltung soll gänzlich informieren“, forderte Thomas Mann. Dann könnten die Kuseyer genügend Stadträte auf ihre Seite bekommen. „Das Gemeine finde ich, wie von der Verwaltung und einigen Fraktionen die Leute nur teilinformiert werden. Das war bei der Frage nach dem Kita-Standort schon genauso“, sagte Thomas Mann weiter. „Wer jetzt als Stadtrat gegen die Schule ist, war bestimmt seit drei oder vier Jahren nicht mehr in dem Gebäude drin“, vermutete er. „Ja, es gibt Sanierungsbedarf. Aber das ist ein Stau, der geplant war.“ Der Stadtrat habe im vergangenen Jahr beschlossen, die Fördermittel zusammenzunehmen, damit genügend Geld für die Sanierung in Kusey da ist. Dass auf einmal im Haushalt ein Sperrvermerk und eine Grundsatzentscheidung standen, habe ihn gewundert. Manns Bitte im Stadtrat, eine Arbeitsgruppe mit Stadträten, Beteiligten und dem Ortschaftsrat zu bilden, verhallte ungehört.

Auch interessant

Kommentare