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Das Ende für Kusey naht

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Von: Monika Schmidt

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Ein Schulgebäude mit einer Bushaltestelle im Vordergrund
Die Tage der Kuseyer Grundschule könnten gezählt sein: Die Klötzer Kommunalpolitker diskutierten erstmals über eine mögliche Schließung. © Monika Schmidt

Gibt es künftig nur noch zwei statt drei Grundschulen in der Einheitsgemeinde Klötze? Dem Hauptausschuss zufolge scheinen die Tage der Kuseyer Grundschule gezählt.

Klötze / Kusey – Dass es bei sinkenden Einwohnerzahlen und weniger Geburten für die Zukunft der Kuseyer Grundschule eng wird, ist nichts Neues. Neu ist aber, dass die Mitglieder des Klötzer Stadtrates mit ihren Überlegungen zur Zukunft der Einrichtung schon viel weiter zu sein scheinen, als es die aktuelle Schulentwicklungsplanung vorsieht. Um diese ging es am Mittwochabend im Hauptausschuss. Während mittelfristig für die Grundschulen in Kunrau und Klötze die Mindestschülerzahlen locker erreicht werden, sind die Prognosen für Kusey ab dem Schuljahr 2026/27 nicht mehr rosig: Die Mindestzahl von 60 wird nicht mehr erreicht. Während sich Alexander Kleine, Fraktionsvorsitzender der SPD, noch zurückhaltend für ein „intensives und zeitnahes“ Beraten über die Zukunft der Kuseyer Grundschule aussprach, wurde Klaus Ewertowski (CDU) schon deutlicher: Er sprach sich für den Beschluss aus, mit dem die bisherigen Schuleinzugsbereiche bestätigt wurden. „Die Satzung hat so für das laufende Jahr ihre Gültigkeit, denn die Leute müssen im September wissen, wo sie ihr Kind einschulen“, erklärte er. Denn: „Bis September wird die dritte Grundschule nicht aufgegeben. Frühestens für 2023 könnte ich mir so eine Variante vorstellen“, sah er eine Schließung der Grundschule noch vor 2026 für denkbar. Und eventuell sogar noch früher: „Oder es kommt jemand vom Brandschutz und sagt, die Schule wird zugemacht“, malte Klaus Ewertowski ein anderes Szenario für eine baldige Schulschließung aus.

Deutliche Worte fand auch UWG-Fraktionsvorsitzender Marco Wille. Er kündigte an, der Beschlussvorlage zur Schulentwicklungsplanung nicht zuzustimmen. Mit einem kurzfristigen Weiterbetrieb könnte er sich noch anfreunden. Aber: „Ab 27/28 kann ich dem Erhalt der Schule nicht folgen, weil die Schülerzahlen so weit sinken“, sagte Wille. Bei einem Erhalt aller drei Grundschulen unter diesen Bedingungen befürchtet er einen „Bildungsverlust“. Dies begründete der Quarnebecker damit, dass in Kunrau die Zweizügigkeit beim Erhalt von Kusey nicht mehr erreicht werden könnte. Die Klassen würden sehr groß, aber es reicht nicht, um sie zu teilen. Die Schlussfolgerung des UWG-Fraktionsvorsitzenden: „Wir geraten an einen Punkt, an dem wir sagen müssen, dass wir uns von einer Schule trennen.“ Für Marco Wille steht fest, dass in Zukunft für solch ein kleines Gebiet wie die Einheitsgemeinde Klötze keine drei Grundschulen mehr nötig sind. „Das ist dann für die Kinder das beste Bildungsniveau“, erklärte er.

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