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Hans-Dieter Klein: „Ich möchte noch mehr tun“

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Von: Monika Schmidt

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Dorfansicht
In Trippigleben könnten Flüchtlingsunterkünfte entstehen. © Monika Schmidt

Ein Privatmann bietet sein Grundstück für Flüchtlingsunterkünfte an.

Trippigleben – Hans-Dieter Klein möchte helfen. Den Danndorfer beschäftigt und bedrückt der Krieg in der Ukraine sehr. Begonnen hat sein Engagement für Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet, als bei ihm zu Hause in Danndorf eine Mietwohnung unerwartet frei wurde. Hans-Dieter Klein entschloss sich Anfang März, diese für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen.

Doch das war dem Danndorfer nicht genug. „Ich möchte noch mehr tun“, sagt er im AZ-Gespräch. Da er noch ein Grundstück in Trippigleben besitzt, beschloss er, dieses ebenfalls zur Verfügung zu stellen. Er selbst benötigt das etwa 5500 Quadratmeter große Grundstück in der Dorfmitte zurzeit nicht. „Ich bin viel im Ausland unterwegs“, sagt Hans-Dieter Klein, als ihn die AZ auf dem Handy in Schweden erreicht. Zuvor war er beruflich in Kanada, ist auch in anderen Ländern unterwegs.

Deshalb fehlte ihm bislang auch die Zeit, das Haus, das sich auf dem Grundstück in der Dorfmitte befindet, zu sanieren. „Das Gebäude ist schon stark sanierungsbedürftig“, sagt der Danndorfer und nennt damit auch den Grund, warum er nicht das Haus, aber das umgebende Grundstück dem Altmarkkreis für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen angeboten hat. Nach den Vorstellungen des Niedersachsen könnten auf dem Grundstück Wohncontainer aufgestellt werden. „Wasser, Strom, das ist alles da“, erklärt Hans-Dieter Klein. Wenn er länger vor Ort wäre, würde er auch die Container besorgen können. Doch durch seine Auslandsaufenthalte sei das nicht möglich.

Die Container müsste der Altmarkkreis selbst besorgen und einrichten, so Hans-Dieter Klein. Geld möchte er für sein Angebot nicht unbedingt haben. Ihm ist es einfach ein großes Anliegen, den Kriegsflüchtlingen Hilfe und eine Unterkunft anzubieten. „Ich denke, auf das Angebot könnte man relativ schnell zurückgreifen“, sagt Hans-Dieter Klein, während er noch auf eine Nachricht vom Altmarkkreis wartet.

Der Altmarkkreis jedoch reagiert eher verhalten auf das Angebot. „Die Anschaffung von Wohncontainern ist derzeit kein Thema“, teilt Pressesprecherin Inka Ludwig auf AZ-Anfrage mit. Aktuell würden sich im Kreis 270 Flüchtlinge befinden, die verteilt über den gesamten Landkreis untergebracht sind, erklärt sie. „Der Altmarkkreis und auch die Kommunen sind bestrebt, die Flüchtlinge adäquat unterzubringen“, betont die Kreissprecherin. Als erste Anlaufstelle wurde die Turnhalle der Berufsschule in Salzwedel als Unterkunft umgebaut – im Übrigen auch mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr aus Klötze (AZ berichtete). Sobald alle rechtlichen Angelegenheiten erledigt sind, sollen die Kriegsflüchtlinge von dort „schnellstmöglich in Wohnungen untergebracht werden“, informiert Inka Ludwig weiter.

Die Wohnungen werden entweder von den Kommunen, den Wohnungsbauunternehmen oder von Privatleuten zur Verfügung gestellt. „Vorzugsweise können auch die Angebote der Bevölkerung genutzt werden, die ausreichend Platz haben, um Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen“, erklärt die Sprecherin des Altmarkkreises weiter. Dabei ist es egal, ob sich die Wohnungen in der Stadt oder auf dem Land befinden. Denn auch in den Dörfern kann eine Betreuung und Beratung der Flüchtlinge stattfinden, sie sollen mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein gelassen werden. Die Entscheidung, wo die Flüchtlinge untergebracht werden, wird stets im Einzelfall getroffen, informiert die Pressesprecherin weiter.

Wer privat Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, kann sicher weiterhin per Mail an info-ukraine@altmarkkreis-salzwedel.de beim Altmarkkreis melden. Auf der Internetseite des Kreises gibt es noch weitere Informationen zum Thema.

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