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In Klötze steigen die Preise für Trink- und Abwasser

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Von: Monika Schmidt

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ein Wasserhahn und 1,46 Euro
Der Preis für Trinkwasser in Klötze steigt auf 1,46 Euro. © Monika Schmidt

Wie überall steigen auch beim Klötzer Wasserverband die Preise. Ab Februar 2023 müssen die Kunden sowohl für Trinkwasser als auch für Abwasser mehr Geld bezahlen.

Klötze – Für zusätzliche Arbeit beim Klötzer Wasserverband hatte die Bundesregierung Ende Dezember gesorgt. Denn mit dem Beschluss zum Steuergesetz 2022 hat der Verband für weitere zwei Jahre die Möglichkeit, das alte Umsatzsteuerrecht anzuwenden.

Dabei waren Kalkulation und Wirtschaftsplan für 2023 schon auf die neue Gesetzgebung umgestellt. Nun musste noch einmal nachgerechnet werden. Deshalb beschloss die Verbandsversammlung zunächst nur über die neuen Preise für 2023, die ab dem 1. Februar gelten sollen. Der neukalkulierte Wirtschaftsplan soll dann bei der nächsten Sitzung im Februar beschlossen werden. Eines stand von vornherein fest – egal ob neues oder altes Steuergesetz: Die Preise müssen erhöht werden. Schließlich sind die Kosten für Energie, Material und andere Leistungen auch für den Wasserverband deutlich gestiegen. Da noch das alte Steuerrecht angewendet werden kann, werden die Trinkwasserpreise weiter in netto kalkuliert. Sie sollten eigentlich ab 2023 in brutto berechnet werden und wären damit noch mehr gestiegen. So steigt der Nettopreis pro Kubikmeter ab 2023 von 1,32 auf neu 1,46 Euro. Die Kalkulation hat aber auch ergeben, dass in diesem Jahr die Grundpreise für die Wasserzähler entsprechend ihrer Größe angepasst werden müssen.

Die aktuelle Kalkulation gilt zunächst für die nächsten zwei Jahre, dann müssen die Rechenschieber wieder zur Hand genommen werden. Deshalb ist auch, wie bei der Sitzung deutlich wurde, jede Berechnung ab dem Jahr 2025 eher in den Bereich der Spekulation als in den der Kalkulation zu verweisen. Einen Blick in die Zukunft offenbaren die Zahlen dennoch: Perspektivisch werden die Preise weiter steigen. „Vor allem die Baupreise bereiten uns ein bisschen Sorge bei der Kalkulation“, sagte Hendrik Appelt, der den Verbandsvertretern detailliert erläuterte, wie die neuen Preise kalkuliert wurden. So sind sie allein von August 2021 bis August 2022 um 16,5 Prozent „rasant steil nach oben gestiegen“, erläuterte Hendrik Appelt. Ob sich dieser Trend so fortsetzt, könne nur spekuliert werden, sei aber für die Kalkulation der Folgejahre ein wichtiger Faktor. „Das ist alles spekulativ. Bis 2027 fließt noch viel Wasser durch die Leitung“, meinte Horst Wienecke, der hofft, dass sich die Preise in fünf bis sechs Jahren wieder so eingepegelt haben, dass längerfristig realistisch kalkuliert werden kann. „Wir gehen optimistisch in die Zukunft“, stellte der Steimker stellvertretend für die Verbandsversammlung fest.

Wie beim Trinkwasser gibt es auch beim Abwasser eine Erhöhung ab 1. Februar 2023. Der Bruttopreis pro Kubikmeter steigt von 3,05 auf 3,53 Euro. Auch die Grundpreise müssen angehoben werden. „Wir haben wochenlang die Zahlen hin und her geschoben, alles ist eingerechnet worden“, informierte Birgit Lange, Geschäftsführerin des Wasserverbandes, über die Arbeit, die in das Zahlenwerk gesteckt wurde. Ohne externe Unterstützung sei dies gar nicht mehr möglich, bedankte sie sich bei Hendrik Appelt. Während fast alle Preise steigen, haben zumindest die Besitzer von abflusslosen Sammelgruben „richtig Glück“, wie Birgit Lange sagte. Denn der Grundpreis sinkt von über 14 auf zwei Euro im Monat. Die neuen Trink- und Abwasserpreise für 2023 und 2024 wurden einstimmig beschlossen.

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