Frühere Neu-Ristedterin hat acht Monate nach ihrer Corona-Erkrankung noch Symptome

„Das bin nicht 100-prozentig Ich“

Eine Frau trainiert mit einem Reifen im Garten.
+
Anna-Lena Rygula versucht mit sportlichen Übungen wieder zu Kräften zu kommen.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
    schließen

Mit den Langzeitfolgen ihrer Covid-Erkrankung hat Anna-Lena Rygula zu kämpfen. Im AZ-Gespräch beschreibt sie die Symptome und ihre Erfahrungen.

Neu-Ristedt / Leipzig – Es ist acht Monate her, dass sich Anna-Lena Rygula, die aus Neu-Ristedt stammt und inzwischen in Leipzig lebt, mit Corona infiziert hat. Es passierte im Januar bei der Arbeit als Intensivkrankenschwester in Leipzig, als sie sich bei einer Patientin ansteckte. „Ich hatte alle Symptome, wie Geruchs- und Geschmacksverlust, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und dauerhafte Müdigkeit“, erinnert sich die 24-Jährige. „Mir tat jeder Knochen und jeder Muskel weh, als hätte ich einen Marathon hinter mir“, beschreibt sie weiter. „Ich hatte jederzeit Angst, dass sich mein Zustand verschlechtert und dass die Luftnot schlimmer wird.“ Aber insgesamt verlief die Erkrankung zunächst nicht schwer, so dass sie dachte, nach einem negativen Test sofort wieder arbeiten gehen zu können. Aber weit gefehlt: Denn als sie nach sechs Wochen, in denen die Krankenschwester viel gelegen hat, keinen Geschmacks- und keinen Geruchssinn hatte, wieder zur Arbeit ging, merkte sie schnell, dass Corona noch lange nicht überstanden ist. Die Atemnot beim Treppensteigen, das Engegefühl in der Brust, Konzentrationsschwächen und eine gestörte Aufmerksamkeit, die besonders den Kollegen aufgefallen ist, sowie Wortfindungsstörungen führten dazu, dass sich Anna-Lena Rygula wieder krankschreiben lassen musste.

Corona ist noch lange nicht überstanden. Die junge Frau ist eine derjenigen, die unter Post-Covid leiden. So wird die Krankheit genannt, wenn mehr als zwölf Wochen nach der Corona-Infektion weiter Symptome da sind. Nur langsam findet Anna-Lena Rygula zurück zu alter Kraft. „Mein Leben hat sich komplett verändert. Das bin nicht mehr 100-prozentig Ich“, stellt sie fest. Auch heute, acht Monate nach der Corona-Erkrankung, hat die ehemalige Neu-Ristedterin die typischen Symptome von Post-Covid. Herzrasen und Atemnot, dauerhafte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, schnelle Erschöpfung sowie der tageweise Verlust des Geruch- und Geschmacksinns belasten die 24-Jährige immer noch. „Man fühlt sich nie richtig fit“, beschreibt Anna-Lena Rygula im AZ-Gespräch. „Was vorher selbstverständlich war, funktioniert nicht mehr.“ Sie fühlt sich dauerhaft müde und erschöpft, rafft sich aber auf, um durch lange Spaziergänge und Inlinerfahren langsam wieder Kraft und Ausdauer aufzubauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare