Ralf Düring zahlt für seine – eigentlich – steuerfreie Trainertätigkeit zu und fühlt sich diskriminiert

„Das Ehrenamt ist ungerecht“

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Mit dem Gesetzbuch in der Hand kämpft Ralf Düring sich durch den Paragrafendschungel im Internet: Als Unfallrentner werden seine Ehrenamtsbezüge von der Krankenkasse als Einkommen gewertet und müssen versteuert werden. Das findet der Böckwitzer ungerecht.

Böckwitz. „Das Ehrenamt ist ungerecht“, findet Ralf Düring aus Böckwitz. Denn eigentlich sollte nach dem Steuergesetz die ehrenamtliche Aufwandsentschädigung, die er für seine Tätigkeiten als Trainer bekommt, steuerfrei sein.

Ist sie aber dann nicht, wenn er im Voraus seine einprozentige Zuzahlung bei der Krankenkasse leisten möchte, wie der Böckwitzer festgestellt hat– und sich sehr darüber ärgert.

Ralf Düring ist ehrenamtlich als Trainer bei einem Wolfsburger Sportverein tätig. „Ich führe dort Kinder mit Handicap zum Sport“, erklärt der Böckwitzer. Und das mit großem Erfolg. Die Kinder werden von ihm motiviert und so trainiert, dass sie trotz ihres Handicaps am Sport teilnehmen können. Sie bewegen sich nicht nur, sondern haben auch Erfolgserlebnisse durch die Teilnahme an Wettkämpfen, zum Beispiel bei Jugend trainiert für Olympia und bei deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik. Für diese Aufgabe bekommt Ralf Düring vom Verein eine steuerfreie Ehrenamts-Übungsleiterpauschale überwiesen, die seit Jahresbeginn 2400 Euro (bis Ende 2012 2100 Euro) betragen darf. „Diese Ehrenamtspauschale wurde extra zur Förderung des Ehrenamts eingeführt“, erklärt der Böckwitzer. Aber für dieses Ehrenamt müsse er, so erläutert Ralf Düring weiter, bei der Berechnung zur einprozentigen Zuzahlungsregelung, die er als chronisch Kranker leisten muss, Zuzahlungen zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen, obwohl er bereits selbst eine Aufstockung zum Pauschbetrag leistet, den sein Arbeitgeber für ihn als geringfügig Beschäftigten zur Sozialversicherung zahlt, um überhaupt Rentenansprüche zu erwerben. Als Unfallrentner kann Ralf Düring diese Ansprüche sonst nicht erlangen, da eine Vollbeschäftigung auf dem freien Arbeitsmarkt für ihn durch das Handicap nicht möglich ist.

Von Monika Schmidt

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