Betretungsverbot an der Klötzer Orchideenwiese

Stadt soll stärker kontrollieren

Auf einer Wiese blüht das Breitblättrige Knabenkraut, eine Unterart der Orchideen. In Klötze gibt es ein geschütztes Biotop mit diesen Pflanzen.
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Nach den trockenen Sommern seit 2018 hat sich Bestand des Breitblättrigen Knabenkrautes auf der Klötzer Orchideenwiese 2021 etwas erholt.
  • Monika Schmidt
    VonMonika Schmidt
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Der Bestand des Breitblättrigen Knabenkrauts an der Klötzer Orchideenwiese hat sich 2021 wieder stabilisiert. Der Altmarkkreis ist mit der Entwicklung zufrieden.

Klötze - „Die Entwicklung der Orchideenwiese kann insgesamt als hervorragend angesehen werden“, schätzt auf Anfrage der AZ die Pressestelle des Kreises die Eindrücke einer Besichtigung an der Klötzer Orchideenwiese ein. Der „spürbare Erfolg“ sei aufgrund der zahlreichen Bemühungen im Naturschutz von Einzelpersonen ebenso wie von Institutionen wie der ABS Drömling, dem Landesforstbetrieb und der Unteren Naturschutzbehörde zustandegekommen. Seit über 30 Jahren, mit Beginn der Zeit kurz vor der Wende, bemühen sich alle Beteiligten, „ein völliges Einwachsen der Wiese als Sumpfwald wieder rückgängig zu machen“. Von Jahr zu Jahr gelang dies besser, wird vom Altmarkkreis eingeschätzt. Die Artenvielfalt habe ebenso zugenommen wie die Individuenzahl vieler Pflanzen-, Insekten, Amphibien- und Reptilienarten. Der Klötzer Jürgen Lemke konnte dies gegenüber dem Altmarkkreis mit einer Zählung der Orchideenvorkommen nachweisen. So hatte er zum Beispiel 2015 eine Anzahl von 5600 Exemplaren der Orchideen gezählt, in den zwei Folgejahren steigerte sich dies auf 6000 und 8000 Exemplare. „Die heißen Sommerjahre seit 2018 haben, soweit das aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde festgestellt werden kann, zu einem merklichen Rückgang der Orchideenzahlen geführt“, informiert Inka Ludwig von der Pressestelle des Altmarkkreises weiter. In diesem Jahr scheint sich dieser Bestand der Orchideen aber wieder stabilisiert zu haben. Er wächst.

Betretungsverbot von der Stadt stärker kontrollieren

„Die Wiese ist ein geschütztes Biotop und damit als naturschutzrechtliches Schutzobjekt zu bezeichnen“, informiert Inka Ludwig. Damit sind alle Handlungen, „die zu einer Zerstörung oder Beeinträchtigung führen können, verboten“, informiert die Pressestelle weiter. Diese können mit mehreren tausend Euro Bußgeld geahndet werden. Dazu müssen die Betroffenen aber auf frischer Tat erwischt werden. Der Altmarkkreis Salzwedel regt an, um das Betreten zu verhindern, verstärkte Kontrollen vor Ort zu machen. Das müsste aber von Mitarbeitern der Stadt übernommen werden. Auch das Aufstellen zusätzlicher Schilder mit einem erklärenden Text könnte helfen, das Betreten der Wiese zu verhindern und das Verständnis der Besucher für das Verbot fördern. Trotz zahlreicher Führungen in diesem Jahr und vieler Besucher wird die Klötzer Orchideenwiese aber wohl weiter ein Geheimtipp für die Klötzer bleiben. So vermarktet der Altmarkkreis das Biotop bei seinen touristischen Ausflugstipps zurzeit noch nicht, teilt Inka Ludwig abschließend mit.

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