Beschluss eines Ortschaftsrates zur Laubentsorgung ist nötig

„Damit wir in den Dialog kommen“

Große Laubsäcke, die, an die Bäume gebunden, von den Anliegern gefüllt und dann von der Stadt wieder abgeholt werden, sind eine Variante, um das Laub der Straßenbäume zu entsorgen. Die Stadt Klötze wird sich aber erst mit dem Thema beschäftigten, wenn es einen entsprechenden Beschluss oder Antrag aus einem Ortschaftsrat gibt.
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Große Laubsäcke, die, an die Bäume gebunden, von den Anliegern gefüllt und dann von der Stadt wieder abgeholt werden, sind eine Variante, um das Laub der Straßenbäume zu entsorgen. Die Stadt Klötze wird sich aber erst mit dem Thema beschäftigten, wenn es einen entsprechenden Beschluss oder Antrag aus einem Ortschaftsrat gibt.
  • Monika Schmidt
    vonMonika Schmidt
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Klötze – Der Herbst ist zwar vorbei und das letzte Laub beim ersten Frost von den Bäumen gefallen. Aber das Thema an sich beschäftigt die Grundstückseigentümer in den Ortsteilen der Einheitsgemeinde Klötze immer noch.

Wie in jedem Jahr gibt es dabei die Debatte, wer für das Entsorgen des Laubs der Straßenbäume, die auf städtischem Grund stehen, zuständig ist.

Laut Straßenreinigungssatzung sind die Grundstückseigentümer dafür verantwortlich, die Flächen vor ihrem Grundstück, bis zur Straßenmitte, sauber zu halten. Und das meint nicht nur das Straßefegen und Schneeräumen, sondern gilt auch für das Laub der Straßenbäume, das auf Gehweg, Radspur und auf den Rasen fällt.

Vor allem die Anlieger an der Kunrauer Alten Bahnhofstraße beklagen sich jedes Jahr wieder über die Last mit dem Laub. Sie sind zwar bereit, das Laub zusammenzuharken, aber sehen keine Möglichkeit, es abzufahren, seitdem der Lagerplatz an der Reithalle auf Anordnung des Altmarkkreises geschlossen wurde.

Ein Thema, mit dem sich auch die Klötzer Stadtverwaltung beschäftigt. Zwar hatte Bürgermeister Uwe Bartels auf Nachfrage der AZ erklärt, dass es auch in diesem Jahr keine Bigbags für das Straßenlaub geben werde. Vom Tisch ist das Problem damit aber noch nicht. Wie Hauptamtsleiter Matthias Reps im AZ-Gespräch informiert, müsse eine strategische Lösung für jeden Ort in der Einheitsgemeinde gefunden werden.

Allerdings, so betont Reps weiter, werde die Verwaltung nicht von sich aus tätig. „Wer einen Vorschlag an die Verwaltung richten will zu diesem Thema, der muss im Ortschaftsrat einen Beschluss fassen. Dann wird die Verwaltung tätig“, teilt Matthias Reps zum Ablauf des Verfahrens mit.

Grundsätzlich könnte er sich vorstellen, den Einwohnern entgegenzukommen. In anderen Orten des Altmarkkreises, in denen unterschiedliche Verfahren zur Laubentsorgung praktiziert werden, zeige es sich, dass es durchaus Varianten gebe, um das Laub der Bäume vor Ort zu entsorgen, hat Matthias Reps festgestellt. So würden in manchen Orten Container aufgestellt, die dann von der Kommune geleert werden oder es gibt die Bigbags, die an den Bäumen aufgestellt werden, damit das geharkte Laub dorthinein entsorgt werden kann. Funktionieren könne ein solches System aber nur, wenn die Einwohner verantwortlich damit umgehen und auch tatsächlich nur das Laub in den Containern entsorgen. Sobald diese mit anderem Unrat gefüllt würden, würde die Kommune das Entsorgungsangebot wieder abbrechen.

Egal, welche Variante gewählt werden soll – sie muss für alle Ortsteile der Einheitsgemeinde angewendet werden können, erklärt Matthias Reps weiter. Deshalb reiche es nicht, wenn ein Ortschaftsrat einen Beschluss nur für seinen Heimatort bei der Stadt einreiche. Es müsse eine Regelung getroffen werden, die für alle Orte der Einheitsgemeinde gilt. Gleiches passierte beim Antrag des Steimker Ortschaftsrates, ein halbanonymes Urnenfeld mit einer Namensstele auf dem Friedhof zu errichten. Daraus entstanden ist die Überarbeitung der kompletten Friedhofssatzung mit Gültigkeit für die gesamte Einheitsgemeinde – die allerdings nach mehreren Jahren noch nicht beschlussreif als Verwaltungsvorlage dem Stadtrat vorgelegt werden konnte.

Wenn also zum Thema Laubentsorgung eine Alternative vor Ort gewünscht wird, so haben die Ortschaftsräte zwei Möglichkeiten, zählt der Klötzer Hauptamtsleiter auf: Sie fassen einen Beschluss mit einem Vorschlag, mit dem sich die Verwaltung dann auseinandersetzt, oder sie richten eine Anfrage an die Verwaltung, „damit wir in den Dialog kommen“, erklärt Matthias Reps. Erst danach können sich die Verwaltung und danach auch der Stadtrat mit der Problematik befassen.

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