Nico Bromann wanderte im September aus und berichtete den Kunrauer Grundschülern davon

Crashkursus in Norwegisch

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„Da wohne ich“, zeigte Nico Bromann den Schülern an der großen Karte von Norwegen, die er mit zu seinem Vortrag in der Schule gebracht hatte.

Kunrau. Der ehemalige Kunrauer Nico Bromann besuchte am Dienstagvormittag die Grundschule. Seit einem Jahr lebt und arbeitet er in Norwegen. Den Zweitklässlern berichtete er über seine Auswanderung.

Schon lange interessierte sich Nico Bromann für die Regionen, in denen es im Winter richtig kalt ist, verriet er den Kindern bei seinem Besuch in der Grundschule. Somit kam für ihn zum Auswandern nur Kanada oder Norwegen in Frage. Da man Kanada aber nur mit dem Flugzeug erreichen kann, Norwegen zur Not aber auch mit dem Auto, entschied sich Nico Bromann für Norwegen. Seit gut zehn bis zwölf Jahren träumte er vom Auswandern, vor etwas mehr als einem Jahr wurde es ernst. Schon zwei Jahre zuvor besuchte Nico Bromann in Wolfsburg einen Sprachkursus, um Norwegisch zu lernen.

Im Internet hatte sich der Fleischer dann im Sommer 2011 in Norwegen beworben, zwei Wochen später kam eine positive Antwort. „Dann ging alles ganz schnell“, erzählte Nico Bromann. Sieben Tage später stellte er sich in dem norwegischen Betrieb vor und seit September 2011 lebt und arbeitet Nico Bromann in Binde, einem Ort in Mittelnorwegen.

Im Unterricht hatten die Kunrauer Grundschüler schon etwas über Norwegen gehört, nämlich eine Geschichte über einen Jungen namens Ole, erklärten die beiden Klassenlehrerinnen Heike Mäusner und Heike Dammsch. Das Land interessierte die Kinder sehr, denn ihr Klassenkamerad Lukas Kamieth ist der Sohn von Nico Bromann. Und er berichtete ihnen als Erster von der Auswanderung. Nun hatten die Mitschüler selbst die Gelegenheit, von dem Neu-Norweger zu erfahren, wie es in Norwegen ist.

Auf einer Landkarte zeigte Nico Bromann den Kindern, wo er jetzt lebt. Die Kinder lernten, dass Norwegen gut 385 000 Quadratkilometer groß ist und nur rund 4,6 Millionen Einwohner hat. Auf einen Quadratkilometer kommen zwölf Einwohner. Das ist deutlich weniger als in der dünn besiedelten Altmark.

„Das Leben in Norwegen ist recht teuer“, erzählte Nico Bromann den Kindern. So kostet ein etwa 400 Gramm schweres Brot so um die zwei Euro, ein Kilogramm Elchfleisch ist für rund 40 Euro zu haben und für einen halben Liter Bier müssen 4,50 bis fünf Euro bezahlt werden.

Einen kleinen norwegischen Sprachkursus bekamen die Mädchen und Jungen bei dieser interessanten Unterrichtsstunde auch. „Jeg heter“ bedeutet übersetzt „Ich heiße“ und „Jeg boi“ bedeutet „Ich wohne in...“, lernten die Grundschüler. Die Kinder erfuhren auch, dass in Norwegen die Familien sehr wichtig sind und dass es in dem norwegischen Schulsystem nicht so kompliziert zugeht wie in Deutschland.

Nico Bromann arbeitet in Norwegen als Fleischer. Elche, Rentiere, Hirsche und Wildschweine werden von ihm geschlachtet und zu Fleisch und Wurst weiterverarbeitet. Norwegische Kronen in Form von Münzen und je einen 50-, 100-, und 200-Kronen-Schein sowie viele Fotos und ein Wörterbuch hatte Nico Bromann mit in den Unterricht gebracht.

Die Kunrauer Zweitklässler nutzten den Vormittag, um alle ihre Fragen an Nico Bromann loszuwerden.

Von Wolfram Weber

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