Keine Prunksitzungen im November

Corona stoppt den Karneval in Klötze

Ausgelassene Stimmung, dichtes Gedränge und Körperkontakt gehören zum Karneval feiern dazu. Weil das wegen Corona nicht möglich ist, sagt der KKV die Prunksitzungen für November ab.
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Ausgelassene Stimmung, dichtes Gedränge und Körperkontakt gehören zum Karneval feiern dazu. Weil das wegen Corona nicht möglich ist, sagt der KKV die Prunksitzungen für November ab.

Klötze – „Wir haben uns lange schwer getan“, versichert Marco Müller, zweiter Vorsitzender des Klötzer Karnevalvereins.

Am Dienstagabend fiel nun die Entscheidung bei der Vorstandssitzung des KKV: „Wir werden im November keine Prunksitzungen machen“, informiert Marco Müller.

Der Vorstand habe lange gerungen, wie er mit der Situation der Corona-Pandemie umgehen soll. Es wurden Alternativen besprochen und Varianten diskutiert, wie trotz der Beschränkungen ein Programm gezeigt werden kann. Schnell war den Aktiven aber klar: Dass ist dann nicht der Karneval, wie man ihn aus Klötze kennt. So hätten an den Tischen nur zehn Personen sitzen dürfen und sie müssten den Mindestabstand einhalten. Auch das fröhliche Gedränge am Tresen ist wegen Corona nicht erlaubt.

Die Aktiven hätten genau planen müssen, wie sie bei den Tänzen und Sketchen die Personen mit dem nötigen Abstand auf die Bühne bekommen. Auch der Elferrat hätte nicht gewohnt dicht beieinander sitzen können. Alle diese Punkte haben schließlich den Ausschlag gegeben, dass der KKV seine Prunksitzungen absagt – zumindest für den November. „Ob im Februar mehr möglich ist, müssen wir abwarten“, will Marco Müller die Session noch nicht ganz abschreiben.

Sie soll ohnehin nicht komplett ausfallen. „Wir werden unsere 31. Session auf jeden Fall eröffnen“, betont der stellvertretende KKV-Vorsitzende. „Wir wollen am 11. 11. die Macht im Rathaus übernehmen“, kündigt er an. Auch das Schlipsabschneiden beim Bürgermeister soll stattfinden. Wie genau, darüber wollen sich die Karnevalisten noch beraten. Eventuell ist auch eine Open-Air-Veranstaltung mit abgespeckter Personenzahl denkbar. „Wir wollen zeigen, dass wir unseren kulturellen Auftrag ernst nehmen“, betont Marco Müller.

Für die Absage der Prunksitzungen folgen die Narren aber dem Vorbild der Klötzer Theatergruppe, die ihre Vorstellungen für Oktober ebenfalls schon rechtzeitig und vor dem Beginn des Kartenvorverkaufs abgesagt haben. „So ist es am vernünftigsten“, findet Marco Müller. Denn wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sich doch jemand bei den Veranstaltungen im Altmarksaal anstecken würde, „das wäre das Allerschlimmste“, schätzt er ein. „Der Karneval lebt von der Ausgelassenheit“, erinnert er. Diese könnte unter den gegebenen Umständen nicht geboten werden. Und die Klötzer Karnevalisten wollen nicht, dass die Besucher mit traurigen Gesichtern aus den Veranstaltungen kommen. Sie wollen, dass die Besucher auf den Tischen tanzen können. Da das derzeit nicht gegeben ist, erklären sie sicherheitshalber den Verzicht. „Wir werden aber trotzdem aktiv und kreativ“, verspricht Marco Müller allen, die bereits auf die beiden Veranstaltungen am 14. und 21. November hingefiebert haben. VON MONIKA SCHMIDT

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