Rück- und Ausblick der Fraktionen: Stefan Thodte (Linke) findet altersgerechten Wohnraum wichtig

Café für die Innenstadt als Wunsch

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Stefan Thodte, Vorsitzender der Linken-Stadtratsfraktion, könnte sich ein Café oder ein Kulturzentrum für Klötze sehr gut vorstellen.

Klötze. Möglichst bei der Sitzung Ende Januar soll vom Stadtrat der Haushalt für das Jahr 2018 beschlossen werden, damit geplante Baumaßnahmen und Investitionen in die Ausschreibung gehen können.

Im Vorfeld der Haushaltsberatungen hat die Altmark-Zeitung die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat um einen Rück- und Ausblick gebeten.

Heute antwortet der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Stefan Thodte.

AZ-Interview

AZ: Rückblickend: Uwe Bartels ist nun seit einem Jahr im Amt. Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit zwischen Ihrer Fraktion und dem Bürgermeister ein?

Stefan Thodte: Die Zusammenarbeit der Fraktion mit Bürgermeister Uwe Bartels ist sachlich, konstruktiv und vom gegenseitigen Respekt gekennzeichnet. Wir wünschen uns mehr Transparenz der Ratsarbeit. Der Stadtratsvorsitzende und der Bürgermeister müssen Versuche abwehren, Themen in den nichtöffentlichen Teil zu schieben, die öffentlich zu behandeln sind.

Vorausblickend: Welche Ziele möchte Ihre Fraktion in diesem Jahr für die Einheitsgemeinde Klötze umsetzen/durchsetzen? Welche Maßnahme / Aufgabe hat für Ihre Fraktion oberste Priorität?

Zunächst geht es darum, möglichst schnell einen ausgeglichenen Haushalt durch den Stadtrat zu beschließen.

Priorität haben für uns dabei folgende Maßnahmen: der Neubau der Kita Kusey, die Bereitstellung von Bauland in der Einheitsgemeinde und Unterstützung von bauwilligen Familien durch die Verwaltung, Ausbau und Renovierung vorhandener Sportstätten (z.B. Trainingsplatz Kusey, Hegefeldhalle) und die Unterstützung des Fördervereins Tierpark.

Wir wollen als Fraktion vom Bürgermeister wissen, wie geht es weiter mit der Ziegelstraße?

Perspektivisch: Für die Kernstadt Klötze steht das Stadtentwicklungskonzept schon, für die Ortsteile wird es bald fertig sein. Welche Schwerpunkte sieht Ihre Fraktion für die zukünftige Entwicklung von Klötze (z.B. bei der Infrastruktur, Ärzten, Sozialem oder Bildung)?

In der Kernstadt geht es um den Ausbau des Bahnhofsumfelds und der Wohngebiete Hegefeld und Wasserfahrt. Dabei muss auf Barrierefreiheit geachtet werden. Da die Bevölkerung immer älter wird, gilt es, altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Die medizinische Grundversorgung in der gesamten Einheitsgemeinde Klötze in den nächsten Jahren muss gewährleistet werden. Dazu gilt es, eventuell Anreize für kommende Ärzte zu schaffen, wie dies beispielsweise Osterburg praktiziert hat.

Das SozialCentrum als Stätte der Begegnung und der Seniorentreff beim VfB Klötze sowie die in den Ortsteilen gewachsenen Seniorenklubs müssen durch den Stadtrat und den Ortschaftsräten die notwendige Unterstützung erhalten.

Alle drei Grundschulstandorte und der Sekundarschulstandort Klötze sind langfristig zu sichern und digital aufzurüsten.

Der ÖPNV ist weiter zu qualifizieren. Hierzu werden wir weitere Vorschläge unterbreiten.

Im Stadtentwicklungskonzept wird gesagt, dass ein Wirtschaftsförderer in der Stadt fehlt, um beispielsweise den Leerstand und freie Gewerbeflächen zu koordinieren. Sollte eine solche Stelle in der Verwaltung geschaffen werden?

Dieser Vorschlag sollte ernsthaft geprüft werden. Die Linke könnte sich vorstellen, dass eine Stabsstelle beim Bauamtsleiter angesiedelt wird. Der Mitarbeiter kümmert sich um die Stadtentwicklung und die Wirtschaftsförderung. Damit kann auch der Bau- und Ordnungsamtsleiter sowie dessen Mitarbeiter entlastet werden. Die Verschlankung der Verwaltung wurde möglicherweise zu stark forciert. Wir haben den Eindruck, dass in einigen Bereichen der Stadtverwaltung die Mitarbeiter schon überfordert sind.

Und zum Schluss ein Wunsch: Unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten, was fehlt in Klötze/was sollte es unbedingt geben? (z.B. Kino, Café, Hallenbad, etc.)

Für eine sehr realistische Maßnahme halten wir die Schaffung eines Cafés in der Kernstadt. Wenn wir träumen dürfen, wäre ein Kulturzentrum mit Übungsräumen, einem kleinen feinen Kino und einem theaterfähigen Raum nicht schlecht.

Von Monika Schmidt

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