Eigenheimbauer können noch bis morgen ihr Interesse bekunden

BVVG verkauft den alten Gutshof in Kunrau

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Das Rondell vor dem Schloss ist im B-Plan als Parkfläche vorgesehen, gehört aber mit zu den sieben Flurstücken, die die BVVG noch bis zum morgigen Dienstag potenziellen Bauherren zum Kauf anbietet.

Kunrau. Von August bis Dezember 1998 wurden unmittelbar vor dem Kunrauer Schloss die Reste des alten Gutshofs abgerissen.

Drei alte Wirtschaftsgebäude des früheren Rittergutes, die seit Jahren nicht mehr genutzt wurden, wurden in mühevoller Handarbeit im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme abgetragen. Der damalige Gemeinderat von Kunrau machte sich Gedanken über die Gestaltung, 2003 wurde schließlich ein Bebauungsplan für den Gutshof beschlossen.

Passiert ist bislang nichts, das Gelände liegt auch zwölf Jahre später noch brach. Ein Problem: Die Gemeinde war nicht Eigentümer der Flächen, für die der Bebauungsplan aufgestellt wurde. Sie gehören dem Treuhand-Nachfolger BVVG (Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH). Und genau diese Gesellschaft hat die Flurstücke in Kunrau nun zum Verkauf ausgeschrieben.

Am morgigen Dienstag endet die Frist, in der sich Interessenten für den Kauf der Flurstücke melden können. Gibt es Bewerbungen, könnten auf den Flächen zwischen Schloss und der Hauptstraße bald Eigenheime gebaut werden. Sieben Flurstücke gehören zu dem Gebiet. Das größte ist die Fläche am Schloss-Parkplatz mit 1600 Quadratmetern, die im B-Plan allerdings als öffentlicher Parkplatz vorgesehen ist. Kleinstes Flurstück ist eine Dreiecksfläche neben dem Fußweg quer über den alten Gutshof mit 261 Quadratmetern. Möglich ist eine eingeschossige Bebauung, so sieht es der gültige B-Plan vor. Der Bodenrichtwert in der Region liegt für nicht erschlossene Grundstücke bei zwölf Euro pro Quadratmeter.

Die BVVG macht potenzielle Käufer in ihrem Exposé auf Gebäudereste aufmerksam, die sich im Boden befinden können, denn die Gebäude wurden nur bis 300 Millimeter unter Oberkante Gelände abgetragen. Nicht erwähnt werden mögliche Altlasten, die sich noch im Boden befinden können, zum Beispiel alte Tanks, die aus der Zeit der Nutzung des Geländes zu DDR-Zeiten stammen können. Insgesamt beträgt die Fläche, die vermarktet werden soll, 8632 Quadratmeter.

Während der Diskussionen um den Bebauungsplan hatten die Einwohner von Kunrau großes Interesse gezeigt. Sie forderten vor allem, die Sichtachse von der Hauptstraße auf das Schloss zu erhalten. Dies wurde bei der Planung berücksichtigt, ebenso wie ein Fuß- und Radweg, der quer über das Gelände führt und somit ebenfalls eine Sichtachse bietet.

Von Monika Schmidt

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