Klötzer Wasserverband bleibt auf dem Klärschlamm sitzen / Keine Genehmigung zum Ausbringen

Bundesweit kein Labor zu finden

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Der Klärschlamm-Lagerplatz neben dem Immekather Klärwerk ist voll. Der Wasserverband weiß nicht weiter und hofft auf Unterstützung der Politik.

Klötze / Immekath. Auf Unterstützung der Landespolitiker setzen die Mitglieder des Klötzer Wasserverbandes. Denn, wenn das Land neue Gesetze erlässt, sollte es auch dafür Sorge tragen, dass sie von den Betroffenen umgesetzt werden können.

Und das ist beim Klötzer Wasserverband aktuell nicht der Fall, wie Geschäftsführerin Birgit Lange der Verbandsversammlung erklärte.

„Es gibt immer noch Probleme mit dem Klärschlamm“, resignierte sie. Die Platte in Immekath ist voll, „da können wir nichts mehr stapeln. “ Der Verband müsste sich nach anderen Lagermöglichkeiten umsehen und für teures Geld thermisch entsorgen, da es für das Ausbringen des Klärschlamms auf dem Acker derzeit keine Genehmigung gibt.

Das Problem: Um Klärschlamm ausbringen zu können, muss der Verband, in dessen Gebiet sich ein Kartoffelschälbetrieb befindet, nachweisen, dass im Schlamm keine Erreger von Kartoffelzystematoden und Kartoffelkrebs enthalten sind. „Das ist eine scheinbar unlösbare Forderung“, hat Birgit Lange festgestellt. Denn sie hat bundesweit kein Labor gefunden, das zertifiziert ist, diesen Nachweis zu erbringen. „Die Labore können die Erreger in Bodenproben nachweisen, aber nicht im Klärschlamm.“ Da dies bislang auch noch nicht gefordert war, fehlt es schlichtweg an der entsprechenden Akkreditierung dafür, erklärte die Verbandsgeschäftsführerin. Die Forderung des Landes kann derzeit vom Verband also gar nicht umgesetzt werden.

Der Wasserverband hat beim Altmarkkreis eine Ausnahmegenehmigung beantragt, darauf aber noch keine positive Antwort erhalten. Birgit Lange hofft, dass ähnlich wie in Niedersachsen die reine zu verarbeitende Menge der in der Industrieansiedlung geschälten Kartoffeln auf 20.000 Tonnen beschränkt werden könnte. Damit käme der Verband bei nur einem Betrieb im Gebiet gut hin. „Aber das zieht die Behörde nicht in Betracht.“ Also bleibt der Verband weiter auf dem Klärschlamm sitzen. Nach mehreren vergeblichen Ausschreibungen hat die Geschäftsführerin nun immerhin einen Anbieter für das thermische Verbrennen gefunden. Die Kosten dafür müssten letztendlich auf die Verbraucher umgelegt werden.

„Ich brauche die Hilfe von den Politikern“, gab die Geschäftsführerin zu. Sie allein komme mit dem Problem nicht weiter. „Wenn vom Ministerium eine Forderung kommt, dann muss es doch auch einen Vorschlag machen, wie man das lösen kann“, wunderte sich Klaus Ewer-towski. „Klärschlamm war schon immer ein Problem“, erinnerte Verbandsvorsitzender Raimund Punke. Er sieht keine Gefahr im Ausbringen des Schlamms auf dem Acker. „Das ist zwar nur Humus und ein bisschen Dünger“, erinnerte er, „aber das haben wir immer auf dem Acker ausgebracht“, erklärte der Landwirt. „Das Land hätte sich das vorher im Detail viel genauer angucken müssen“, ärgerte sich Horst Wienecke über die Forderungen. „Es ist für uns schwierig, dem Bürger zu erklären, dass er das mitbezahlen muss. Denn so viele Kartoffelanlagen gibt es ja nicht“, sagte Raimund Punke. Der Vorsitzende zeigte sich aber optimistisch, dass es mit dem Land noch eine Lösung gibt.

Von Monika Schmidt

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