Personal ist zu knapp

Bürgermeister-Bilanz in Klötze: Aufstockung der Mitarbeiter im Rathaus nötig

Bürgermeister Uwe Bartels hielt einen ausführlichen Rückblick auf die Legislatur. Es werde wieder mehr Personal in der Kernverwaltung benötigt, wagte er auch einen Blick in die Zukunft.
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Bürgermeister Uwe Bartels hielt einen ausführlichen Rückblick auf die Legislatur. Es werde wieder mehr Personal in der Kernverwaltung benötigt, wagte er auch einen Blick in die Zukunft.

Klötze / Immekath – Die Legislaturperiode der Klötzer Kommunalpolitiker, die zum 30. Juni endet, wird durch die Bürgermeisterwahl 2016 mit einem Amtswechsel geteilt.

Daran erinnerte Bürgermeister Uwe Bartels, als er im letzten Stadtrat der Legislatur auf das Erreichte in den vergangenen fünf Jahren zurückblickte.

Er dankte seinem Vorgänger Matthias Mann für die zweieinhalb Jahre während der Wahlperiode, in der der Kuseyer für die Stadt verantwortlich war. „Er hat einiges vorangetrieben und angeschoben“, erinnerte Uwe Bartels. „Auch meiner Person geht es um die ganze Einheitsgemeinde, wir sind alle Klötze, das haben wir in vielen Belangen schon bewiesen“, warb Bartels um den Zusammenhalt von Stadt und Dorf.

Kita-Neubau ist das Wichtigste

Als eine der wichtigsten Entscheidungen während der Legislatur nannte Bartels die für den Neubau einer Kita in Kusey. Direkt nach seinem Amtsantritt hatte sich der Bürgermeister das Haus der Zwerge angesehen und festgestellt, dass er mit den Bedingungen dort nicht einverstanden sei. Durch den Neubau können zudem weitere Kita-Plätze geschaffen werden, die in der Einheitsgemeinde dringend benötigt werden.

Das Problem der älteren Gebäude, deren Unterhaltung aufwendig ist, beschäftigt Bürgermeister und Stadtrat aber auch in anderen Bereichen. „Gerade im Kita und Schulbereich wollen wir etwas schaffen“, kündigte Uwe Bartels weitere Veränderungen an. Dass es gelungen ist, für den Kuseyer Kita-Neubau Fördermittel vom Kreis zu bekommen, sei auch dem Einsatz der Kreistagsmitglieder aus der Einheitsgemeinde zu verdanken. „Sie ziehen an einem Strang“, stellte Uwe Bartels fest.

Ein weiterer Schwerpunkt der Legislatur war das Thema Breitband. Die Stadt ist Mitglied im Zweckverband, der aber nur die weißen Flecken in den Ortsteilen erschließen kann. „Es ist nicht begreifbar, warum gerade in den Ortsteilen schwarze Flecken sind“, wunderte sich Uwe Bartels. „Für jeden Einzelnen ist das schnelle Internet wichtig“, betonte er. Deshalb hatte sich der Bürgermeister auch dafür eingesetzt, mit der Avacon einen Partner zu finden, die die Breitbanderschließung für die Kernstadt übernimmt. „Es macht mich stolz, dass uns die Avacon für ihr Pilotprojekt ausgewählt hat“, sagte Uwe Bartels.

In der Einheitsgemeinde müsse noch einiges auf den Weg gebracht werden, schätzte der Bürgermeister weiter ein. Vor allem den zeitlichen Aufwand für die Verwaltung für die Eröffnungsbilanz habe er unterschätzt. Kräfte mussten zusammengeführt werden, um das Ziel, die Bilanz noch in der Legislatur fertig zu bekommen, zu erreichen. Wie beim Fußball, so verglich Uwe Bartels, stand er zeitweise in der Verwaltung ganz allein, praktisch im Abseits, da auch keine Amtsleiter da waren, die ihm zur Seite standen. Mit Unterstützung von Studenten der Hochschule Harz sei die Eröffnungsbilanz schließlich fertig geworden.

Mehr Personal in der Verwaltung nötig

Beim Thema Personal erinnerte Uwe Bartels, dass die Kernverwaltung nach der Bildung der Einheitsgemeinde von 46 auf 29 Mitarbeiter verschlangt wurde. „Das hat uns in einigen Bereichen Schwierigkeiten bereitet“, gab der Bürgermeister zu. Es müsse sich etwas überlegt werden, kündigte er eine Aufstockung des Personals an. „Es müssen Mitarbeiter im Rathaus ergänzt werden, um das Pensum bewältigen zu können.“

Denn die Arbeit werde nicht weniger, es kommen ständig neue Aufgaben dazu, zum Beispiel im Bereich des Brandschutzes. Ein Großbrand wie in Klötze am Karfreitag sollte die Ausnahme bleiben. „Wir wollen die Wehren nur beim Üben sehen“, so der Wunsch des Bürgermeisters. Damit richtig geübt werden kann, sei der Einsatz des Brandschutzcontainers eine wichtige Sache gewesen. Auch dass in einigen Orte, wie zum Beispiel in Klötze, wieder Jugendwehren ins Leben gerufen worden, lobte der Bürgermeister. Ebenso wie die Kinderwehren, bei denen er sich zum Feuerwehrfest in Hohenhenningen gerade erst wieder von der Begeisterung, mit der die Flammenhopser im Einsatz sind, überzeugen konnte.

268 Beschlüsse

Insgesamt absolvierten die Stadträte in den fünf Jahren 43 Sitzungen und fassten 268 Beschlüsse. „Es waren fünf intensive Jahre“, schätzte Uwe Bartels ein und erinnerte an einige wichtige Entscheidungen. So wurden Resolutionen zum Umgang mit dem Wolf und zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge gefasst. „Hoffentlich findet Letztere auch Gehör. Der Landtag sollte sich dazu durchringen, die Bürger zu entlasten“, wünscht sich Uwe Bartels.

Ein heikles Thema mit vielen und langwierigen Diskussionen war auch die Mauergestaltung an der Gardelegener Straße. „Wir sind dem besten Weg, aber immer abhängig von der Saleg“, erinnerte der Bürgermeister. Der Ortschaftsrat Klötze habe gute Vorschläge zum Thema eingebracht, nun müsse dies mit den Vorstellungen der Saleg verbunden werden „und dann dürfte es keine Probleme mehr bei der Genehmigung geben“, hofft er.

Uwe Bartels bedankte sich zum Abschluss bei den Stadt- und Ortschaftsräten, die sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatten, mit einem immerwährenden Kalender mit Bildern aus allen Ortsteilen der Einheitsgemeinde. Sein Wunsch an die Ausscheider: „Behalten Sie ihr Interesse für die Kommunalpolitik in Klötze. Bringen Sie ihren Erfahrungsschatz weiter ein.“

VON MONIKA SCHMIDT

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