Buddhistische Lehrmeisterin Lama Palmo erzählt kichernd aus ihrem Leben

Die Suche nach dem Glück

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Hatte trotz starker Erkältung Spaß: Lama Palmo, als Sabine Januschke 1970 in Wien geboren, erzählte von ihrem Weg zum voll erwachten Herz.

Klötze. Pünktlichkeit ist in der buddhistischen Lehre vielleicht nicht das zentrale Thema. Und so ließ sich Lama Palmo am Donnerstag Zeit, bis die Lesung in der Klötzer Bibliothek begann.

Dafür hatte sie Blumen mitgebracht: Ein Strauß Tulpen sorgte für Farbe im gut gefüllten Vortragsraum, in dem die einzige nicht asiatische weibliche Choje Lama, eine Art Priesterin, in der Geschichte des tibetischen Buddhismus mit untergeschlagenen Beinen Platz nahm. Wie sie so über eine Stunde sitzen könne, das war eine Frage, die die bis auf einen Mann weiblichen Besucher des Vortrags vor allem interessierte. „Es gibt einen Punkt, wo die Wirbelsäule total unbelastet ist“, erklärte sie. Von eingeschlafenen Beinen und schmerzenden Knien keine Spur.

Im Schnelldurchgang umriss die als Sabine Januschke geborene Österreicherin, wie sie schon als Kind auf der Suche war. Ganz entgegen dem Familientrend suchte sie im Gebet in der Kirche. „Ich habe gebetet, bis ich ohnmächtig wurde.“ Aber das schien nicht der richtige Weg zu sein, sie wollte von klein auf einen richtigen Lehrer finden. „Der erste Lama, den ich getroffen habe, der hat mein Herz berührt.“ Sie ließ den Stress und fünf zeitgleich ausgeübte Berufe hinter sich und studierte in Indien den tibetanischen Buddhismus. „Im Gegensatz zur westlichen Uni geht es bei der indischen nicht darum, sich Wissen anzueignen, sondern Verstehen“, erklärte Lama Palmo ihren Zuhörern. Zur religiösen Ausbildung gehörte eine dreijährige Klausur im Kloster. Da die Österreicherin jedoch kein Visum für Indien bekam, ging sie nach Amerika. Jeder Mönch bekommt als Zimmer eine Box mit einer Sitzfläche von einem mal einen Meter und einer langen Rückenlehne zugewiesen. Als recht große Westeuropäerin war die Österreicherin gegenüber den kleinen Asiaten klar im Nachteil, kicherte sie und erinnerte damit fast ein wenig an den Dalai Lama, der für seine ansteckende Fröhlichkeit bekannt ist. In dieser kleinen Box verbringen die Mönche während der drei Jahre die meiste Zeit des Tages. Kein Wunder also, dass das Sitzen im Sessel mit untergeschlagenen Beinen die buddhistische Lehrmeisterin nicht so anstrengte.

„Glück ist unser Grundgesetz“, erklärte sie die buddhistische Lehre. Aber nicht das materielle Glück, sondern das Glück, das aus dem Herzen kommt. Zustände von Glück könne jeder erreichen, der sich um andere kümmere. „Wir spüren im Herzen, dass es da etwas gibt.“

Von Monika Schmidt 

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