Startschuss für das Pilotprojekt

Breitbandausbau in Klötze: Bis Oktober kommen etwa 1200 Kunden ans Netz

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Planer Jürgen Puls (r.) zeigte Landrat Michael Ziche (l.) anhand der großen Karte, welche Abschnitte von Klötze als Erstes in Angriff genommen werden. Insgesamt sollen etwa 1200 Kunden angeschlossen werden.

Klötze – „Das ist wirklich ein großer Tag für die Stadt Klötze“, schätzte Norbert Hartmann von der Avacon ein. Denn gestern Morgen fiel der Startschuss für den Breitbandausbau in der Kernstadt.

Zudem nannte er einen großen Vorteil: Die Avacon in der Kernstadt und der Zweckverband Breitband, der die Dörfer der Einheitsgemeinde erschließt, verwenden dieselbe Technik. So ist ein nahtloser Übergang zwischen Stadt und Land möglich.

Detlef Gieselmann (r.) erklärte dem Klötzer Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt, wie die Glasfaseranschlüsse im Haus aussehen.

Im ersten Bauabschnitt, der seit gestern im Bereich der Schützenstraße in Angriff genommen wird, werden etwa zwölf Kilometer Leerrohre in die Erde gebracht, wie Detlef Gieselmann, Geschäftsführer von Avacon Connect, ankündigte. Insgesamt sollen im Stadtgebiet etwa 60 Kilometer Leerrohrverbände und Glasfaserkabel verbaut werden. „Wir haben uns Anfang vergangenen Jahres mit dem Thema auseinandergesetzt“, erinnerte Gieselmann beim offiziellen ersten Spatenstich zum Ausbau gestern Morgen am Trafo-Turm an der Straße der Jugend.

Mit der Stadt Klötze wurde schnell ein Partner für das Pilotprojekt gefunden. „Das Versprechen ist das Eine, die schnelle Umsetzung das andere“, erklärte Gieselmann. Schnell soll es gehen: Schon in den nächsten Wochen sollen die ersten Kunden – Baustart ist am Lerchenweg – auf das neue Netz geschaltet werden. Bis Ende des zweiten Quartals sollen dann Zug um Zug weitere Straßenabschnitte folgen. Gebaut wird zuerst im Bereich der Schützenstraße: Nach dem Lerchenweg wird die Wasserfahrt angeschlossen, dann die Straße der Jugend. Dort soll in enger Absprache mit der Stadt darauf geachtet werden, dass stets die Verkehrssicherheit für die Schüler gegeben ist. „Da bauen wir am Wochenende oder in den Ferien“, kündigte Kerstin Trittel vom Klötzer Bauamt an. Bei ihr laufen die Fäden für die notwendigen Schachtgenehmigungen zusammen.

Bis Ende Oktober, so die Pläne zurzeit, soll die gesamte Baumaßnahme in der Kernstadt abgeschlossen sein. An etwa 1700 Gebäuden kommt das Glasfasernetz dann vorbei, etwa 1200 Kunden werden bislang angeschlossen, da sie einen entsprechenden Vertrag geschlossen haben. Die Vermarktung läuft noch weiter, betonte Detlef Gieselmann. „Bis die Bagger anrücken“, können für jeden Straßenzug noch Verträge abgeschlossen werden. Informationen dazu und zu den Konditionen gibt es im Internet unter www.avacon-breitband.de.

Landrat Michael Ziche, der auch Vorsitzender des Zweckverbandes Breitband ist, freute sich in doppelter Funktion über den Baustart. Er lobte die gute Kooperation zwischen dem Landkreis und der Avacon, die letztendlich aus einem kommunalen Unternehmen hervorgegangen ist und immer noch viele Kommunen als Aktionäre habe. „Wir können gegenseitig die Netzinfrastruktur nutzen“, erinnerte der Landrat an die Vorteile der einheitlichen Technik. Das künftige Ziel des Landes Sachsen-Anhalt, eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu erreichen, werde durch das Klötzer Pilotprojekt bereits unterstützt. Mobilität und Digitalisierung sind dafür Voraussetzungen.

„Glasfaser ist eine zukunftsfeste Infrastruktur“, schätzte der Landrat ein. Selbstverständlich, so betonte er, werde auch die Sekundarschule angeschlossen, ebenso wie die Purnitzschule, deren Träger die Stadt Klötze ist. Bürgermeister Uwe Bartels war froh und auch ein bisschen stolz, dass Klötze für das Pilotprojekt Kernstadtausbau ausgewählt wurde. Als Nächstes soll der Ausbau in Gardelegen in Angriff genommen werden, kündigte Detlef Gieselmann an. Zudem plant die Avacon das Projekt für mindestens eine weitere Kommune.

VON MONIKA SCHMIDT

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