Breitband auf der Zielgeraden

Zum Gespräch über das Breitband-Projekt hatte gestern Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann in ihr Büro eingeladen (v. l.): Markus Starck von der Verbandsgemeinde, Marko Müller von einem Dährer Stahlbauunternehmen und Wolfram Jeske von der Firma, die das Projekt umsetzt.

Beetzendorf - Von Peter Lieske. Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II bekommt die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf für den Ausbau der Breitbandversorgung. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Landwirtschaftsstaatssekretär Jürgen Stadelmann den Zuwendungsbescheid in Höhe von 583 000 Euro an die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden der damaligen Verwaltungsgemeinschaft überreicht.

Den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes hatte Wolfram Jeske erhalten. Der Geschäftsführer des Unternehmens aus Ribnitz-Damgarten hatte damals kühne Pläne. Bereits im Mai sollten alle Orte, die Bedarf angemeldet hatten, mit DSL versorgt sein. Doch der lange Winter machte einen Strich durch die Rechnung. Ein zweites Ziel wurde angepeilt: September 2010. Doch auch dieser Termin musste verstreichen. „Wir hatten manche Details unterschätzt“, berichtete er gestern zurückblickend. Durch die Vielzahl von Standorten, mehr als 70 Orte der Verbandsgemeinde sollten ans Funk-Netz, habe es eine Vielzahl von Verzögerungen gegeben. Insbesondere der Planungsprozess dauerte wesentlich länger als geplant.

Inzwischen sind etwa 90 Prozent aller Orte ans Netz angeschlossen. Die Freischaltung verzögere sich beispielsweise in Diesdorf. Dort sei die benötigte Leitung zwar schon verlegt, es gebe aber bei der Telekom noch ein Problem in der Vermittlungsstelle, informierte Wolfram Jeske weiter.

Aber auch in Mellin habe sich noch ein Problem gezeigt. Laut Kartenlage hätte es kein Funkloch mehr geben dürfen. Dennoch muss nun am Osterberg noch eine dritte Verteilerstation aufgebaut werden, um die Versorgung im Ort zu gewährleisten. An diesem Beispiel machte der Geschäftsführer deutlich, dass bei diesem bislang größten Projekt des Unternehmens Probleme auftauchten, die nicht absehbar waren. So manche Pläne wurden kurzfristig den Gegebenheiten angepasst.

Verbandsgemeindebürgermeisterin Christiane Lüdemann hatte Verständnis für die eine oder andere Verzögerung bei dem riesigen Gebiet, dass DSL-seitig erschlossen werden sollte. Wenn Wolfram Jeske einen Fehler gemacht habe, dann mit dem kurzfristigen Fertigstellungstermin, meinte sie.

Mehr als 80 Verteilerstandorte nutzt das Unternehmen, um das Projekt umzusetzen. Zum Teil wurden vorhandene Mobilfunkmaste genutzt. Insgesamt wurden 16 eigene Masten aufgestellt. In der ursprünglichen Planung waren es weniger.

Trotz des technischen Aufwandes bleiben einzelne Grundstücke, die nicht erreicht werden können. Der Verpflichtung, 95 Prozent der Haushalte zu versorgen, komme das Unternehmen aber in jedem Falle nach. „Die Technologie hat irgendwo ihre Grenzen“, stellte Wolfram Jeske fest.

Bislang seien 270 Kunden am Netz. Weitere 200 Aufträge liegen vor. Wöchentlich werden nach Angaben Wolfram Jeskes 50 bis 60 Geräte im Raum Beetzendorf ausgeliefert. Somit dürften in den nächsten drei Wochen alle Haushalte in den am Projekt beteiligten Orten versorgt sein.

Mittlerweile gibt es Fragen aus Orten, in denen die Geschwindigkeit unter 1000 MBit pro Sekunde liegt. Als Beispiel nannte Markus Starck von der Verbandsgemeinde die Ortschaft Bandau. Dieser Ort wird über Kabel mit Breitband versorgt. Das Problem: Mit jedem Meter Kabel sinkt die Geschwindigkeit. Von dem Pilotprojekt könne Bandau aber nicht profitieren, da seinerzeit kein Bedarf angemeldet wurde, erläuterte Markus Starck. Eine funktechnische Erschließung sei dort durchaus möglich, sagte Wolfram Jeske. Allerdings müssten mindestens zehn bis zwölf Kunden ihr Interesse anmelden. Die über Funk versorgten Orte, die am Hauptnetz liegen, profitieren von einer Geschwindigkeit bis zehn MBit/sec.

„Das Ziel war es, die Verbandsgemeinde flächendeckend mit Breitband auszustatten“, fasste Chrsitiane Lüdemann zusammen. Den Begriff „flächendeckend“ möchte die Bürgermeisterin gerne auf die gesamte Verbandsgemeinde bezogen wissen. Nur: Als der Fördermittelbescheid überreicht wurde, gehörte Kuhfelde noch nicht dazu. Die Gemeinde wurde erst Anfang diesen Jahres Mitglied der Verbandsgemeinde. Da bei der Breitbanderschließung einige Mittel eingespart werden konnten, werde nun versucht, diese für Kuhfelde einzusetzen. Dazu werde derzeit mit mit dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) gesprochen.

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