Ulli Wegner in Immekath

Trainerlegende mit einem großen Herz

Zwei Männer sitzen am Tisch, vor sich der Meistergürtel eines Boxers,
+
Boxtrainer-Legende Ulli Wegner war zu Gast in Immekath.
  • Birgit Stephani
    VonBirgit Stephani
    schließen

Ulli Wegner war in Immekath zu Gast. Der Boxtrainer plauderte mit Mitgliedern des Sportvereins.

Immekath – „Ich bin so, wie ich bin.“ Das sagt Ulli Wegner von sich selbst. Und genau diese Tatsache machte ihn zu einer Boxtrainer-Legende, die er auch heute noch ist, obwohl er gar keine großen Boxer mehr trainiert. Wie er wirklich ist, das erlebten rund 50 Zuhörer, die zu der vom Sportverein Eintracht organisierten Veranstaltung nach Immekath gekommen waren, um den Geschichten des inzwischen 79-Jährigen zu lauschen.In lockerer Stammtischlaune plauderte Wegner aus seinem bewegten Leben, das 1942 in Stettin begann und eigentlich, wäre es nach Wegner selbst gegangen, einen ganz anderen Verlauf genommen hätte. Denn Wegner wollte Fußball spielen. Und obwohl er niemals geboxt hatte, erkannten andere Personen sein Talent. „Ich hab mir eben nichts gefallen lassen“, sagt er als Erklärung. Und genau diese Charaktereigenschaft hat er bis heute auch nicht abgelegt.

Unter seinen Sportlern galt er als strenger Trainer. Sein berühmter Schützling Sven Ottke nannte ihn in einem Interview sogar einmal „der Diktator“. Auf Gegenliebe stieß das bei ihm nicht und heute noch sagt er: „Ich war gar nicht so streng, aber ich konnte gut führen und war ehrgeizig.“ Wichtig sei ihm immer der Erfolg gewesen. Er gibt allerdings auch zu: „Ich habe auch mal Niederlagen gehabt.“ Obwohl er in jungen Jahren natürlich auch selbst geboxt hat, besonders, weil ihn der Zweikampf reizte, waren seine Glanzjahre jene, die er als Trainer verbrachte. Heute sagt er: „Als Trainer konnte ich mich verwirklichen.“

Legendär sind seine „Standpauken“ und motivierenden Worte, die er seinen Schützlingen in den Pausen zwischen zwei Boxrunden eintrichterte. In den Genuss kamen auch die Immekather. Denn zwischen den Passagen, in denen Wegner von seinem Leben erzählte, wurden immer wieder Ausschnitte aus dem Film „Das Herz eines Trainers“ gezeigt. Der Film über Wegners Schaffenswerk lief auch im TV.

Herz am rechten Fleck

Obwohl Wegner als „knallharter Typ“ verschrien war, wurde auch deutlich, dass er das Herz am rechten Fleck hat. „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich“, lautet sein Lebensmotto, dem er auch noch am Tag seines Besuches im Immekath nachkam. In Stendal nahm er an einer Spende-Suche für einen an Leukämie erkrankten Sportler teil. Für ihn sei das eine Selbstverständlichkeit. Diese Hilfsbereitschaft kann ein bisschen verwirrend wirken, denn Wegner sagt von sich selbst auch, dass er immer ein Einzelkämpfer gewesen sei. Doch gerade dieser Widerspruch macht ihn aus und verdeutlicht, wie er wirklich tickt. Und wer hinter die Fassade des knallharten Boxtrainers schaut, wird bald merken, dass da mehr ist, als nur der Drang, einen Boxkampf zu gewinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare