Dieses Jahr wohl wieder kein Wildschwein-Nachwuchs im Klötzer Tierpark

Borstel auf Schmusekurs – mehr aber auch nicht

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Wie der in zwölf Monaten gewachsen ist! Nur wenige Kilogramm wog Findelkind Borstel als er Anfang 2013 (kleines Bild) im Klötzer Tierpark abgegeben wurde. Nun bringt er schon doppelt so viel wie die neu hinzugekommenen Weggefährten des jungen Keilers auf die Waage.

Klötze. Während in der Natur die Rauschzeit, der Weidmann bezeichnet so die Paarungszeit des Schwarzwildes, ihren Höhepunkt bereits im Dezember überschritten hat, blieb es im Wildschweingehege des Klötzer Tierparks mal wieder ruhig.

Nachdem der alte Keiler vor mehr als zwei Jahren das Zeitliche gesegnet hatte, sollte eigentlich der junge Keiler Borstel, der vor fast einem Jahr als wenige Wochen altes Findelkind in den Tierpark kam (AZ berichtete), die Rolle des Stammvaters übernehmen.

Doch erst verstand sich der handaufgezogene Schwarzkittel nicht mit den alten Bachen – diese bissen ihn durch den Zaun hindurch in die linke Vorderklaue –, nun sind die sechs neuen Artgenossen, die sich seit kurzem in Borstels Gehege tummeln, offenbar noch etwas zu jung. Umhertollen, fressen und hin und wieder etwas schmusen, das ist alles, was die putzmunteren Frischlinge im Kopf haben. Auch Borstel, der mit gut und gern einem Zentner Gewicht, mehr als doppelt so schwer ist wie seine neuen Weggefährten, macht keine Anstalten. „Manchmal steigt ein Wildschwein auf das andere – das ist dann aber nur Spiel“, hat Tierpfleger Thomas Paasch beobachtet. So mancher Tierpark-Besucher halte den jungen Keiler fälschlicherweise sogar für die Mutter der ihm auf Schritt und tritt begleitenden Frischlings-Korona.

Ob Borstel im Laufe dieses Jahres noch zum Zuge kommt, ist ungewiss. Denn so richtig glücklich ist der Klötzer Tierpfleger mit der gegenüber Menschen in keinster Weise scheuen Handaufzucht nicht. Mit jedem Zweibeiner, der das Gehege betritt, will Borstel „spielen“. „Der Kumpel ist dabei ganz schön rabiat“, weiß Thomas Paasch aus Erfahrung.

Auch Tierpark-Besucher sollten sich vor dem ewig nach Futter bettelnden Allesfresser in Acht nehmen. Nicht selten stößt Keiler Borstel seine Schnauze (Jäger sagen „Wurf“) weit durch die Maschen des Gehegezaunes.

Von Matthias Mittank

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