„Ich räume nichts aus“

Böckwitz: Auflösung des Museumsvereins scheitert an fehlendem Kassenprüfer

Ohne den Rat von Ingrid Schumann (l.) trauten sich die Jahrstedter Frauen nicht ins Beet. Schließlich wollten sie nur das Unkraut entfernen, die Blumen und Nutzkräuter aber stehen lassen.
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Ohne den Rat von Ingrid Schumann (l.) trauten sich die Jahrstedter Frauen nicht ins Beet. Schließlich wollten sie nur das Unkraut entfernen, die Blumen und Nutzkräuter aber stehen lassen.

Böckwitz – So ganz übers Herz bringen, den Bauerngarten im Böckwitzer Museum verwildern zu lassen, das kann Ingrid Schumann nicht.

Und so freute sie sich am Montagnachmittag, dass die Jahrstedterin Ilona Schultze eine Handvoll Frauen dafür gewinnen konnte, gemeinsam im Museum und im Garten Ordnung zu machen.

Einige der Frauen putzten die Fenster am Backhaus und wienerten den Versammlungsraum.

„Es tut einem leid, wenn alles verkommt, wo hier doch so viel Arbeit reingesteckt wurde“, begründet die Jahrstedterin ihren Einsatz. Und so wurden die Putzlappen im Backhaus und im Versammlungsraum geschwungen, die Fenster geputzt und vor allem das Unkraut im Bauerngarten beseitigt. Dabei waren genaue Anweisungen von Ingrid Schumann nötig, die Unkraut von Blumen und Ausgesätem unterscheiden konnte.

„Es wird aber nichts Neues ausgesät“, bleibt Ingrid Schumann konsequent. Sie hält an ihrem Beschluss fest, den Vorsitz des Vereins niederzulegen. Allerdings kann sie nicht zu einer abschließenden Versammlung einladen, so erklärte sie im AZ-Gespräch, da der Verein keinen Kassenprüfer habe. Und ohne geprüfte Kasse lasse sich der Verein nicht auflösen.

Die zwischendurch aufkeimende Hoffnung, dass sich jemand für den Vorsitz gefunden hat, war trügerisch. „Er wollte nur mithelfen, aber nicht die Verantwortung übernehmen“, hat Ingrid Schumann inzwischen herausgefunden. So gebe es weiter niemanden, der sich im Vorstand engagieren möchte. „Macht, was ihr wollt. Ich bin raus“, resigniert die Böckwitzerin, die in den vergangenen Jahren nicht nur viel Zeit und Arbeit in das Böckwitzer Museum gesteckt hat, sondern auch privates Geld.

Seit Jahresende lässt sie den Vereinsvorsitz ruhen, kann ihn aber ohne Beschluss nicht abgeben. „Noch bin ich die erste Vorsitzende“, stellt Ingrid Schumann klar. In dieser Funktion war sie am Wochenende bei der Jahreshauptversammlung des Bromer Museums- und Heimatvereins zu Gast. „Die wussten da alle mehr als ich über meinen Verein“, ärgert sie sich. Wegen des geschlossenen Museums hätten inzwischen auch schon verschiedene Personen ihre zur Verfügung gestellten Ausstellungsstücke zurückgefordert. Von Ingrid Schumann gibt es dazu eine klare Antwort: „Ich räume nichts aus, denn ich habe auch nichts hergeholt“, teilt sie im AZ-Gespräch weiter mit.

VON MONIKA SCHMIDT

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