Risikoanalyse für den Brandschutz in der Stadt Oebisfelde-Weferlingen muss schon wieder auf den Prüfstand

„Es ist bitter, wenn sich Wehren auflösen“

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Das Feuerwehrgerätehaus in Rätzlingen wurde vom Gutachter als nicht ausreichend eingestuft. Die Risikoanalyse empfiehlt einen Neubau zwischen Rätzlingen und Kathendorf, um dort beide Wehren als eine Einheit zusammenzulegen.

Oebisfelde. Über ein Jahr hat es gedauert, bis die Risikoanalyse für die Feuerwehren in der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen erstellt und vom Stadtrat beschlossen war. Kurz vor Jahresschluss gab der Stadtrat sein Votum zu dem vorgeschlagenen Entwurf ab.

Doch da war ein Großteil der Erkenntnisse in der Analyse schon wieder veraltet. „Wir werden uns wohl bald wieder mit dem Thema beschäftigen müssen“, kündigt Silke Wolf im AZ-Gespräch an, dass die Risikoanalyse bald überarbeitet werden muss. Zwei Probleme sind ihrer Ansicht nach dabei ganz dringend: Zum einen nützt es der Stadt nichts, dass das Land angekündigt hat, die Führerschein-Ausbildung für die Maschinisten zu finanzieren, damit sie die großen Einsatzfahrzeuge fahren können. Im Gegenzug müssen sich die Maschinisten verpflichten, der Wehr die Treue zu halten. „Davon würden in unserem Stadtgebiet gerade einmal zwei Feuerwehrleute profitieren können“, hat die Bürgermeisterin festgestellt.

Das zweite Problem bereitet ihr noch viel mehr Sorgen: „Immer mehr Wehren bei uns lösen sich auf“, erklärt sie. Eschenrode hat sich Hörsingen angeschlossen, die Wehr aus Seggerde ist ganz abgemeldet. Als Nächstes steht die Feuerwehr in Everingen auf der Kippe. Damit wird das gesamte Konzept der Risikoanalyse über den Haufen geworfen. Denn in der Analyse wird aufgezeigt, wie die Wehren zusammenarbeiten können und wo Fahrzeuge versetzt oder neu angeschafft werden müssen, um den Brandschutz wie vom Land gefordert absichern zu können. „Unser Problem ist die Überalterung vieler Wehren“, erläutert Silke Wolf. Junge Feuerwehrleute fehlen, die älteren dürfen laut Landesgesetz ab 65 nicht mehr im aktiven Dienst mitarbeiten. Da bleibt nichts anderes übrig, als die Wehren aufzulösen, wenn sie keine aktiven Brandschützer mehr vorweisen können. „Die Altersstruktur in der Region ist vom Land nicht berücksichtigt worden“, kritisiert die Bürgermeisterin der Stadt Oebisfelde-Weferlingen. Sie würde sich wünschen, zum Modell der Stützpunktwehren zurückkehren zu können, denn: „Wir können uns nicht mehr in jedem Ort eine Feuerwehr leisten.“

Von Monika Schmidt

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