Kräftesammeln für das Frühjahr: Viel zu milder Winter hat zur Freude der Imker vorerst ein Ende

Bienen kommen endlich zur Ruhe

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Wie unterschiedlich es im Winter am Bienenstock doch aussehen kann: Werden die Temperaturen zweistellig, sind viele der Bienen aktiv, bei Frost verstummt das Summen wieder (kl. Bild). Imker Uwe Przybilla ist letzteres Bild derzeit lieber.

Klötze. Nach einem bibberkalten Wochenende soll die Quecksilbersäule auch an den kommenden Tagen nur selten über die Null-Grad-Marke klettern. Nicht nur die jungen Altmärker freuen sich, dass die Schlitten doch noch von den Dachböden geholt werden konnten.

Auch die altmärkischen Imker sind nicht unglücklich darüber, dass der bislang viel zu milde Winter zumindest vorrübergehend ein Ende hat. Denn mit den Minusgraden kommen nun die fleißigen Honigproduzenten, die sich zu einer Wintertraube zusammengeschlossen haben, endlich zur Ruhe.

Uwe Przybilla

Auch am Bienenstand von Uwe Przybilla, Vorsitzender des Imkervereins Klötze und Umgebung, hatte es über den Jahreswechsel hinaus immer wieder gesummt. „Ab zehn Grad plus werden die Bienen aktiver und fliegen schon mal aus“, weiß der Klötzer. Doch dieses Verhalten wird – zumindest über einen längeren Zeitraum – nicht gerne von den Imkern gesehen. Denn je länger milde Temperaturen vorherrschen, je intensiver beginnt das Bienenvolk ab etwa Mitte Januar mit dem Brutgeschäft – und je stärker wird dann auch die vom Imker bereits Mitte September eingebrachte Winterfütterung aufgebraucht. „Kommt es dann zu einem späten Wintereinbruch, kann es passieren, dass die Bienen verhungern“, erläutert Uwe Przybilla. Erst im Vorjahr, als es noch in der ersten April-Woche Nachtfröste gegeben hatten, waren die Nahrungsvorräte von so manchem Bienenvolk knapp geworden.

Das nächste Problem stellt die Varroamilbe dar, die im ungünstigsten Fall für einen Totalverlust unter den Mitgliedern eines Bienenvolkes sorgen kann. „Die Milbe entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut“, erläutert der Klötzer Imker. Desto früher das Brutgeschäft der Honigbiene beginnt, desto stärker könne sich der gefürchtete Bienenparasit im Laufe der Saison im Bienenstock ausbreiten. Tun kann der Imker gegen den Milbenbefall – zumindest solange die Bienen brüten und Honig produzieren – vorerst nichts. Erst wenn der letzte Honig Ende Juli abgeschleudert ist, kann beispielsweise mit Ameisensäure gegen die Bienenkrankheit vorgegangen werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Rückstände der organischen Säure in den Honig gelangen.

Was sich der Klötzer Imker für die kommenden Wochen wünscht? „Ruhiges Winterwetter wäre für die Bienen das beste“, so Uwe Przybilla, der die Zeit bis zum Frühling unter anderem dafür nutzt, die Gerätschaften zu reparieren und Honiggläser mit Etiketten zu versehen. Ab und an schaut der Klötzer auch nach seinen fleißigen Honigsammlern. „Nach einem Schneetreiben können die Einfluglöcher verschlossen sein“, zählt der Imker eine Sorge auf. Manchmal komme es auch vor, dass sich andere Tiere in dem Bienenstand über Winter einnisten. „Meistens sind es Spitzmäuse. Ich hatte aber auch schon mal einen Fuchs“, blickt Uwe Przybilla zurück.

Bis der erste Honig des Jahrgangs 2014 geschleudert werden kann, gibt es für den Klötzer Imkervereinsvorsitzenden noch viel zu tun. So geht am übernächsten Wochenende der nächste Schnuppertag über die Bühne, an den sich wieder ein Anfängerkurs anschließen wird (siehe Infokasten). 2013 konnten durch diesen Kurs sechs Neuimker gewonnen werden.

Von Matthias Mittank

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