Oebisfelder Rettungsassistenten sind gestern in die neue Wache an der Scholl-Straße umgezogen

Bett neben dem Rettungswagen

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Ab heute startet der Rettungswagen von der neuen DRK-Rettungsstation an der Geschwister-Scholl-Straße 2. „Jetzt ist die Garage direkt neben dem Aufenthaltsraum. Hier ist alles ebenerdig“, sagt Rettungsdienstleiter Claus Günther.

Oebisfelde. Statt mit Blaulicht und Martinshorn waren die Oebisfelder Rettungsassistenten gestern mit dem Umzugswagen unterwegs. Und statt Patienten auf der Trage transportierten sie Möbel und Kartons aus ihrem bisherigen Sitz an der Bahnhofstraße.

Ab heute startet der Rettungswagen von der neuen DRK-Rettungswache an der Geschwister-Scholl-Straße 2/Ecke Mittelweg.

Grund für den Umzug sind die Vorschriften des Sachsen-Anhaltischen Rettungsdienstgesetzes. Demnach muss der Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort eintreffen. „Entscheidend sind die baulichen Voraussetzungen. Am bisherigen Standort war die Einsatzfrist nicht einzuhalten“, erklärt DRK-Rettungsdienstleiter Claus Günther. „Man musste Treppen runter und über den Hof laufen. Jetzt ist die Garage direkt neben dem Aufenthaltsraum. Hier ist alles ebenerdig“, zählt Günther beim Ortstermin mit der AZ auf.

Der neue Standort, den der DRK-Kreisverband Börde von der Wohnungsbaugesellschaft Oebisfelde angemietet hat, bietet auf 115 Quadratmetern einen Aufenthaltsraum, eine Küche, zwei Ruheräume, ein Medikamentenlager und einen Desinfektionsraum. Jeweils zwei Mitarbeiter stehen in der Rettungswache Oebisfelde gleichzeitig in Bereitschaft. Insgesamt hat die Rettungswache neun Mitarbeiter.

2011 sind die Oebisfelder Retter im Durchschnitt fünf Einsätze pro Tag gefahren. Wenn die Rettungsleitstelle in Haldensleben die Pieper schrillen lässt, erreichen die Rettungsassisten jetzt direkt vom Aufenthaltsraum aus das Fahrzeug in der angebauten Garage. Das Einsatzleitsystem führt den Wagen – Defibrillator und Sauerstoffgerät stets an Bord – zum Einsatzort. In der Regel sind die Rettungsassistenten auf die Technik aber nicht angewiesen. „Das ist der Vorteil, wenn man langjährige Mitarbeiter hat. Die kennen auch die kleinen Straßen“, sagt Günther.

Als die Pläne für den Umzug der Rettungswache bekannt wurden, gab es zunächst Kritik von Anwohnern, dass der Rettungswagen durch die Mittelstraße fahre, die als Spielstraße ausgewiesen ist. Konkrete Probleme sieht Rettungsdienstleiter Günther jedoch nicht: „Bis zur Einmündung in die Geschwister-Scholl-Straße sind es nur 50 Meter. Der Rettungswagen kommt ja nicht mit 100 Stundenkilometern aus der Garage. Und und die Mitarbeiter fahren auch sonst vorsichtig.“

Das Deutsche Rote Kreuz unterhält drei Rettungsstationen im Landkreis Börde. Sie befinden sich in Oebisfelde, Behnsdorf und Erxleben. Insgesamt stehen 29 Mitarbeiter und vier Rettungsfahrzeuge zur Verfügung. Der Rettungsdienst ist eine hoheitliche Aufgabe, die das DRK im Auftrag des Landkreises Börde ausführt.

Von Gerhard Sternitzke

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