Rumänienhilfe schickte Hilfsgüter auf den Weg / Zweiter Transport wird benötigt

Besonders emsige Spender in Kunrau

+
Viele fleißige Hände packten gestern mit an, als die Spenden für die Rumänienhilfe in Kunrau verladen wurden. Rund 15 Tonnen an Lebensmitteln, Kleidung, Fahrrädern und anderen Hilfsgütern wurden auf die Reise nach Baranca gesendet.

Kunrau. „Ich danke allen Spendern. Sie waren dieses Jahr besonders emsig, eifrig und tatkräftig und sie wissen, dass alles richtig ankommt“, freute sich gestern Manfred Roth beim Beladen des Lkw für die Rumänienhilfe.

Bis oben hin war die Scheune von Erich Fischbeck (r.) mit Spendengütern gefüllt.

15 Tonnen an Kleidung, Fahrrädern, Waschmaschinen und anderen Sachspenden hatten die rund 20 Helfer in drei Stunden verladen und auf den Weg ins fast 2000 Kilometer entfernte Baranca nach Rumänien geschickt. „Ich denke, wir werden in den nächsten Wochen einen zweiten Transport machen“, erzählte Manfred Roth. Denn längst nicht alle Spenden aus dem Lager bei Erich Fischbeck haben in den Lkw gepasst, ein Drittel der Ladung erhielten die Helfer aus einem Lager in Letztlingen. „Hauptsächlich werden Dinge fürs tägliche Leben gebraucht“, weiß Manfred Roth. Baranca liegt an der Grenze zur Ukraine. Die Zeit scheint dort stehen geblieben zu sein. „Es ist immer noch wie 1990, als wir das erste Mal da runter kamen“, sagte Manfred Roth. Die Armut in der Grenzregion ist groß, viele Menschen fallen dort durch das soziale Netz, erklärte er. „Es gibt dort wenig Arbeit und so gut wie keine Industrie“, weiß der Rumänienhelfer.

Vor Ort werden die Spenden vom rumänischen Verein Hilfe verteilt. „Wenn wir dorthin fahren, nehmen wir auch immer noch Spenden mit und verteilen sie, aber die Leute vom Verein sind vor Ort und kennen die Leute dort. Alkoholiker bekommen zum Beispiel nichts“, erklärte Manfred Roth.

Lebensmittel werden für die Ärmsten der Armen immer besonders gebraucht. „In diesem Lkw sind etwa eineinhalb bis zwei Tonnen Lebensmittel“, schätzt Erich Fischbeck. Der Verein in Zvoristea arbeitet deshalb eng mit einer privaten Bäckerei vor Ort zusammen. Wer möchte, kann eine Brotpatenschaft übernehmen. „Man spendet 60 Euro im Jahr, das sind fünf Euro im Monat, für Brot, das die Hilfsbedürftigen bekommen“, erzählte Manfred Roth. Gespendet werden kann auch Geld für Brennholz und für Maismehl.

Der Verein ist angewiesen auf die Spendengelder. Denn auch der Transport der Hilfsgüter kostet. „Das sind 2500 Euro“, weiß Erich Fischbeck.

Seit 25 Jahren sind die Helfer aktiv und haben dabei mehr als 50 Spendentransporte auf die Reise in die ärmsten Regionen Rumäniens gesendet. Mittlerweile gibt es Nachwuchssorgen. Die Spendenbereitschaft ist groß, jedoch müssen die Transporte auch organisiert und gepackt werden „Die jungen Leute arbeiten und haben keine Zeit“, so Manfred Roth. Sorgen macht sich auch Erich Fischbeck. Die Spenden werden in Kunrau in seiner Scheune gelagert. „Was ist, wenn meine Frau und ich mal nicht mehr können? Wer stellt dann eine Scheune zum Lagern zur Verfügung?“, fragte er sich.

Von Katharina Schulz

Kommentare