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Bernd Unruh hat mit einem Helferteam die Klözer Moselgrabstätte neu gestaltet

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Von: Monika Schmidt

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Bernd Unruh am Grabstein des Familiengrabes
Bernd Unruh kümmert sich um das Mosel-Grab © Schmidt, Monika

Klötze – Bernd Unruh nimmt sein Versprechen, sich um die Pflege und den Erhalt der Grabstätte von August Mosel auf dem Altstädter Friedhof in Klötze zu kümmern, sehr ernst. Nachdem zunächst der Bewuchs entfernt und das Gelände vorbereitet wurde, hat der Klötzer nun gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team die Neubepflanzung der Grabstätte übernommen. Etwa 50 winterharte Pflanzen hat Bernd Unruh dafür gekauft, die nach einem Gestaltungsplan auf dem großen Familiengrab eingesetzt wurden.

„Es haben sich sechs Personen bei mir gemeldet, die die Pflege mit übernehmen wollen“, freut sich das Klötzer Ortschaftsratsmitglied über die Unterstützung. Drei ältere und drei jüngere Personen helfen ihm auch in Zukunft bei der Bewässerung der Pflanzen und beim Harken des Familiengrabes. „So können wir uns die Aufgaben teilen“, erklärt Bernd Unruh.

Das Pflanzen der Stauden sei schon mit ein bisschen aufwendig gewesen, gibt er zu. „Aber es soll ja auch gut aussehen“, sagt Bernd Unruh.

Während vor den Tafeln, die zu den Gräbern der beiden Schwestern und der Frau von August Mosel gehören, die Erde eingeebnet werden konnte, ist auf dem Grab von August Mosel selbst ein Erdhügel. Denn bei den Arbeiten hat das Team festgestellt, dass schon nach 15 Zentimeter die Platte für eine Gruft kommt. Der Erdhügel soll noch eingefasst werden, damit die Erde nicht immer wieder wegsackt. Für den Herbst plant Bernd Unruh noch Zwiebeln von Frühblühern wie Narzissen und Tulpen einzusetzen, damit im Frühjahr ein bisschen Farbe auf dem Grab zu sehen ist.

Die Pflanzen finanziert der Klötzer übrigens aus eigener Tasche, denn für den Pflegevertrag mit der Stadt erhält er keine Aufwandsentschädigung. „Ich mache das, weil ich möchte, dass das Grab erhalten bleibt“, begründet Unruh sein Engagement. Da er sehr an der Historie der Stadt interessiert ist, recherchiert er auch zu den Personen, die in dem Familiengrab bestattet sind. So hat Bernd Unruh inzwischen herausgefunden, dass das Kindergrab für Gretchen Mosel, die als Einjährige 1901 gestorben ist, nicht die Tochter von August Mosel ist, wie er anfangs annahm. August Mosel hatte nur einen Sohn, Siegfried, der später nach Burg gezogen ist. Gretchen ist dessen Tochter. Sie soll, so hat Bernd Unruh erfahren, an einer Vergiftung gestorben sein.

Noch nicht geklärt ist, für wen die Sandsteinplatte, die am Ende des Familiengrabs am Zaun lehnt, ist. Bernd Unruh vermutet, dass es sich um die Eltern von August Mosel handelt, er hat die verwitterte Inschrift aber noch nicht richtig entziffern können. Sicher ist sich der Klötzer aber, dass der Sockel, der vor dem Hauptgrabstein steht, zu dieser Sandsteinplatte gehört.

Die Steine, die den Familiengrabstein halten, sollen noch neu verfugt werden. Auch die fehlenden Buchstaben des Namenszuges sollen noch ergänzt werden, kündigt er an. Einige Buchstaben hatte Bernd Unruh beim Freilegen des Grabes in der Hecke gefunden, einzig der Buchstabe S fehlt.

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