Biomethan: Endprodukt aus vergorenen Pflanzenteilen ist chemisch nicht von Erdgas zu unterscheiden

LSW bereitet Bioerdgas-Einspeisung vor

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Die LSW errichtet in Oebisfelde eine Konditionierungs- und Verdichtungsanlage für Methan aus der Bioerdgasanlage.

stk Oebisfelde. Bauarbeiten waren dieser Tage trotz Schnee und Eis in der Nähe der Oebisfelder Kläranlage zu beobachten. Der Grund: Die Land-E-Stadtwerke Wolfsburg (LSW) errichtet dort eine Konditionierungs- und Verdichtungsanlage.

Sie soll nach Informationen von LSW-Sprecherin Birgit Wiechert das von der ebenfalls im Bau befindlichen Bioerdgasanlage an der Ortsumgehung produzierte Methan ins öffentliche Erdgasnetz einspeisen.

Das Unternehmen Pure Nature Energy (PNE), das bereits in Haldensleben eine vergleichbare Anlage betreibt, will in Oebisfelde ab Juni täglich 700 Kubikmeter Biogas in Erdgasqualität produzieren. Für den Startbetrieb lagern bereits 25 000 Tonnen Mais, Gras, Roggen, Hirse und Sonnenblumen im Silo. Insgesamt investiert PNE im Gewerbegebiet 13,5 Millionen Euro.

„Im Grunde ist Biomethan ein Naturprodukt. Die Konditionierungs- und Verdichtungsanlage sorgt dafür, dass es genau den Heizwert hat wie in unserem Erdgasnetz“, erklärt Birgit Wiechert. Schließlich erwartet der Gaskunde, dass der Kubikmeter Gas – unabhängig davon, ob er aus der Erde oder vom Acker stammt – immer die gleiche Energiemenge enthält. Das produzierte Biogas enthält 48 Prozent Kohlendioxid, das in der Bioerdgasanlage ausgewaschen wird. Von der LSW wird das Biomethan so angepasst, dass es am Ende chemisch identisch mit Erdgas ist: „Die Brennwertanpassung erfolgt mittels Stickstoff und Sauerstoff“, so Birgit Wiechert. Zudem wird das Bioerdgas vor der Einspeisung auf den Leitungsdruck von 0,6 bis 0,7 bar gebracht.

Gestern wurde ein Fertigbetongebäude aufgebaut, in dem die Technik vorinstalliert ist. Bis Mitte April folgen noch die Arbeiten zum Leitungsanschluss. Anschließend ist eine Erweiterung vorgesehen, damit das Bioerdgas auch ins Hochdrucknetz (11 bis 12 bar im Winter, 6 bis 7 bar im Sommer) eingespeist werden kann. Das ist nötig, um die gleichbleibende Einspeisung bei unterschiedlicher Abnahme auszugleichen. Eine Investitionssumme nennen die LSW nicht.

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