„Ich würde wollen“

Behindertenbeauftragter für Klötze: Ralf Düring bewirbt sich

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Barrierefrei, so wie in Quarnebeck, sollte in jedem Ort zumindest eine Bushaltestelle ausgebaut werden. Dafür will sich Ralf Düring einsetzen, wenn er von der Stadt als Behindertenbeauftragter bestellt wird.

Klötze – „Ich würde wollen“, antwortet der Böckwitzer Ralf Düring auf die Anfrage der AZ, ob er Behindertenbeauftragter in der Einheitsgemeinde Klötze werden möchte.

Auch beim Altmarkkreis hatte er sich für die Aufgabe in der neuen Legislaturperiode beworben, unterlag bei der Abstimmung im Kreistag aber gegen den Salzwedeler Norbert Block, der das Amt auch bisher schon ausgeübt hatte.

Die Belange der Behinderten liegen Ralf Düring seit jeher am Herzen. Er kämpft für Barrierefreiheit, ob auf der Internetseite des Altmarkkreises, die nach seinem Hinweis entsprechend umgestaltet wurde, ob bei der Rampe an der Gardelegener Sparkassengeschäftsstelle oder einem entsprechenden barrierefreien Zugang zum Klötzer Altmarksaal. „Was nützt es, im Saal eine behindertengerechte Toilette zu schaffen, wenn ich mit dem Rollstuhl den Saal gar nicht erreichen kann?“, argumentiert der Böckwitzer.

Ralf Düring bewirbt sich um die Stelle eines Behindertenbeauftragten für Klötze.

Auch beim Thema barrierefreie Bushaltestellen ist er neben dem Kuseyer Wolfgang Mosel ein engagierter Fürsprecher für die Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften. „Mein Ziel ist es, in jedem Dorf eine barrierefreie Bushaltestelle zu schaffen“, so Ralf Düring im AZ-Gespräch. So wie dies binnen kürzester Zeit in Quarnebeck umgesetzt wurde. Es reiche ein barrierefreier Zugang auf einer Seite der Straße, wenn es für den Bus die Gelegenheit gibt, im Dorf einen Kreis zum Wenden zu fahren. In Quarnebeck ist dies ermöglicht worden, lobt Düring. Auch für Jahrstedt empfiehlt Ralf Düring diese Lösung. Der Bus könnte mal von der einen, mal von der anderen Seite durch den Bauernwinkel fahren und so die Fahrgäste aus beiden Richtungen auf der Seite des Buswartehäuschens einsteigen lassen. Mit Blick auf die Kosten, die durch den nur einseitigen barrierefreien Ausbau eingespart werden können, favorisiert Ralf Düring diese Lösung für manche Orte.

Bislang war der Posten eines Behindertenbeauftragten in der Einheitsgemeinde Klötze nicht vorgesehen. Es gibt zwar eine Seniorenbeauftragte für die gesamte Einheitsgemeinde, auf die Benennung eines Behindertenbeauftragten war bislang aber verzichtet worden. Wie Bürgermeister Uwe Bartels auf Anfrage der AZ informierte, ist in der neuen Hauptsatzung, die vom Stadtrat in seiner konstituierenden Sitzung beschlossen wurde, die Position eines Behindertenbeauftragten für die Einheitsgemeinde vorgesehen. „Wenn der Stadtrat das möchte, kann der Posten besetzt werden“, erklärte Uwe Bartels.

„Ich habe mich auch schon mündlich beim Bürgermeister beworben“, informiert Ralf Düring weiter. „Es ist einfach eine wichtige Position, weil es in Klötze viele Probleme gibt, die mit Unterstützung eines Behindertenbeauftragten gesehen und gelöst werden können“, schätzt der Böckwitzer ein. Er blickt zum Vergleich nach Diesdorf, wo im Freibad zwar eine behindertengerechte Toilette neu gebaut wurde, diese aber nur über Treppenstufen zu erreichen ist (AZ berichtete). „Mit einem Behindertenbeauftragten in der Gemeinde wäre das bestimmt nicht passiert“, ist sich Ralf Düring sicher.

Er hat schon konkrete Vorstellungen, wie er das Amt ausfüllen möchte. So würde er Sprechstunden zu unterschiedlichen Tageszeiten im barrierefreien Rathaus anbieten. Auch eine eigene E-Mail-Adresse könnte für ihn eingerichtet werden, damit sich Betroffene bei Problemen direkt an ihn wenden können.

VON MONIKA SCHMIDT

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