„Feiern möchten wir das schon gar nicht“

Ausbaubeiträge: Anlieger-Protest bei der Freigabe der Ziegelstraße

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Mit einem Protestplakat, das auf einem Anhänger abgestellt war, forderten die Ziegelstraßen-Anlieger die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und erklärten, dass ihnen nicht nach feiern zu Mute ist.

Klötze – Der Ausbau der Klötzer Ziegelstraße war von Anfang an umstritten, die Anlieger wehrten sich seit 2016 mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Vorhaben der Stadt. Sie bekundeten ihren Protest im Stadtrat und als Bürgerbewegung.

Es gab viele Gespräche zwischen Stadt, Kreis und Anliegern. Und dennoch wurde das Vorhaben umgesetzt.

Beim offiziellen Banddurchschnitt zur Freigabe der Ziegelstraße blieben die Vertreter der Politik und der Firmen gestern Vormittag unter sich.

Dass die Anlieger weiterhin damit nicht einverstanden sind, bekundeten sie gestern bei der offiziellen Verkehrsfreigabe der Straße. Denn bis auf einen Anwohner schlugen alle anderen Ziegelstraßen-Anlieger die Einladung der Stadt zum Banddurchschnitt und zum anschließenden Imbiss aus. Stattdessen machten sie mit einem Plakat ihrem Unmut Luft. Sie wehren sich gegen die Straßenausbaubeiträge, die sie für die erneuerte Straße zahlen müssen. „Einzelbelastungen von bis zu 20.000 Euro warten auf uns. Dafür können wir uns nicht bedanken und feiern möchten wir das schon gar nicht“, stand auf dem Plakat.

Vielleicht war die fehlende Begeisterung für die Baumaßnahme auch ein Omen dafür, dass die Arbeiten nicht so liefen wie geplant. Baubeginn war im Juli 2018, eigentlich sollte bis zum Martinimarkt im Oktober die Straße wieder frei sein. „Wir hatten einige Sachen verkannt“, räumte Bürgermeister Uwe Bartels gestern ein. Es wurden „versteckte Mängel in der Erde entdeckt und repariert“, berichtete er. Darüber sollten die Anlieger eigentlich froh sein, meinte der Bürgermeister.

Denn so sind die Schäden schon repariert und es muss nicht die frisch erneuerte Straße wieder aufgerissen werden. „Das ist ein Vorteil für die Anwohner, dass die Mängel nicht überbaut wurden“, so Bartels. Auch wenn die Einwohner „nicht so zahlreich“ zur Freigabe erschienen seien, so seien sie dennoch „recht zufrieden mit den Bauarbeiten“, berichtete Uwe Bartels von Gesprächen. Die Straßenausbaubeiträge seien immer noch ein Thema, das Land habe sie aber noch nicht abgeschafft. „Wie sie herangezogen werden, wird sich noch zeigen“, erklärte Uwe Bartels den abwesenden Betroffenen.

Zu allem Überfluss spielte auch die Witterung nicht mit, so dass sich der Abschluss der Arbeiten bis in den Mai hinzog.

VON MONIKA SCHMIDT

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