„Auf stur stellen bringt gar nichts“

Während die Kurze Straße bleibt, soll in Quarnebeck aus der Dorfstraße die „Alte Heerstraße“ werden.

Wenze - Von Monika Schmidt. „Wir kommen um die Umbenennung nicht herum“, machte Marco Wille deutlich.

Der Wenzer Ortsbürgermeister hatte einige Mühe, seinen Ortschaftsrat auf Kurs zu bringen. Die Notwendigkeit, neue Straßennamen für die Ortschaften zu wählen, hatten noch längst nicht alle Wenzer Ortschaftsratsmitglieder eingesehen.

Protest regte sich auch bei den anwesenden Einwohnern, die die Sitzung interessehalber verfolgten. Erst vor wenigen Jahren waren durch den Zusammenschluss der drei Ortsteile zur Gemeinde Wenze Umbenennungen von Straßen notwendig. Nun erneut eine Veränderung vorzunehmen, fiel auch den Ortschaftsratsmitgliedern schwer.

Zumal die Begründung von Marco Wille, dass die Post dann mit einer einheitlichen Postleitzahl nachziehen würde, nicht von allen bedingungslos geglaubt wurde. „Das sind Kosten ohne Ende, da mache ich nicht mit. Ich habe schon mal die ganzen Kosten für die Umbenennung tragen müssen“, empörte sich beispielsweise Ralf Philipp, der als Unternehmer von der Namensänderung besonders betroffen ist. Aber auch andere Ratsmitglieder wollten zunächst nicht mitmachen.

„Auf stur stellen bringt gar nichts“, versuchte Marco Wille seine Ratsmitglieder zum Mitmachen zu bewegen. Und er erklärte, dass, wenn keine Vorschläge aus den Orten kommen, im Falle von doppelten Straßennamen die Stadt Vorschläge mache, über die dann der Stadtrat entscheide. Letztendlich ist es das Gremium des neuen Einheitsgemeinderates, das über die Straßennamen entscheidet. Bürgermeister Matthias Mann hatte jedoch versichert, dass die Vorschläge aus den Orten berücksichtigt werden sollen.

Nach einigem Hin und Her gingen die Wenzer Ortschaftsräte bei ihrer Zusammenkunft in der vergangenen Woche schließlich doch die Liste der in ihren drei Orten doppelten Straßennamen durch und bemühten sich um Vorschläge für eine Umbenennung.

Doch gleich bei der ersten Straße „An der Kirche“ in Wenze geriet der gute Wille wieder etwas ins Stocken. Guido Ostermann sagte, der Rat sollte „nichts übers Knie brechen“, andere wollten zunächst alle Anlieger der Straßen befragt haben. Dann wurden Vorschläge gemacht: „Hinter der Kirche“ oder „Hinter der Wenzer Kirche“, damit die Straße einen regionalen Bezug bekommt, wurden vorgeschlagen. „An der Weide“ fand dagegen keine Zustimmung des Ortschaftsrates.

Große Schwierigkeiten, einen geeigneten Vorschlag zu finden, hatten die Ortschaftsräte bei der Kuseyer Straße in Wenze. Sie gibt es ebenfalls in Neuferchau. Marco Wille hatte beim dortigen Ortsbürgermeister Gerhard Brüggemann nach seinen Vorschlägen gefragt. Doch die Neuferchauer würden den Namen gerne behalten, da der Hotelier vom Birkenmoor das Wort „Kusey“ gern in der Anschrift behalten möchte, berichtete Marco Wille vom Gespräch mit seinem Amtskollegen. „Zum Kuseyer Berg“ und „Wenzer Pflasterstraße“ waren schließlich die Vorschläge, die der Wenzer Rat erarbeitete.

Schnell fiel dagegen die Entscheidung für die Lindenstraße in Wenze. Sie soll „Unter den Linden“ heißen. Eine Umbenennung in Kunrau wird wohl nicht durchsetzbar sein, da sich an dieser Straße die Neubaublöcke des Ortes befinden und somit die Zahl der betroffenen Haushalte deutlich größer ist.

Schnell einig wurden sich die Ortschaftsräte bei Vorschlägen für die beiden in Quarnebeck betroffenen Straßen. Die Kurze Straße kann bleiben, da Kunrau einen Umbenennungsvorschlag gemacht hat. Und aus der Dorfstraße soll nach dem Vorschlag von Marco Wille die „Alte Heerstraße“ werden. Die Neuferchauer hatten einen ähnlichen Gedanken, wollen aber „Alter Handelsweg“ vorschlagen, berichtete Marco Wille.

Ebenfalls zwei Straßen sind im Ortsteil Trippigleben von der doppelten Vergabe betroffen. Dort soll aus der Hauptstraße die Lange Straße werden. Das ist allerdings schwierig, da die Kunrauer bereits eine Straße in Lange Straße umbenennen wollen. Der Mühlenweg soll am liebsten bleiben, da dort ein Unternehmen ansässig ist. Ist das nicht möglich, wäre „Seeweg“ der Alternativvorschlag von Anlieger Ralf Philipp.

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