Forstreferendarin Anna Lena Ehlers zeigt die Möglichkeiten des Waldumbaus

Auf Erkundungstour durch den Wald

Die Forstreferendarin Anna Lena Ehlers erklärt am Beispiel einer Fläche im Wald bei Lockstedt die Minimalvariante.
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Die Forstreferendarin Anna Lena Ehlers erklärt am Beispiel einer Fläche im Wald bei Lockstedt die Minimalvariante.
  • VonLina Wüstenberg
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Forstreferendarin Anna Lena Ehlers zeigt am Beispiel von zwei Flächen im Wald bei Lockstedt, wie der Waldumbau funktionieren kann. Dieser findet schon bereits seit rund 30 Jahren statt und ist eine Generationenaufgabe.

Klötze – „Nachhaltigkeit ist seit 300 Jahren in der Forstwirtschaft gang und gäbe“, erzählt die Forstreferendarin Anna Lena Ehlers.

So versuchen sie den Wald mit den Baumarten umzubauen, die standortangepasst sind. „Standortangepasst ist es dann, wenn die Ansprüche an Licht, Wärme und Wasser so sind, dass die Baumart existieren kann“, erklärt Anna Lena Ehlers. Dazu gibt es aus dem vergangenen Jahr eine Empfehlung von der Forst- und Versuchsanstalt aus Göttingen.

Jedoch verändern sich die Standorte im Klimawandel, sodass Baumarten, die bisher auf einen Standort wachsen konnten, in der Zukunft nicht mehr standortangepasst sind.

„Wir müssen heute schon daran denken, die entsprechenden Entscheidung zu treffen und Wald dahin zu entwickeln, dass er auch noch in 100 Jahren hier stehen kann“, äußert sie sich.

Generationenaufgabe

Dazu gibt es in Sachsen-Anhalt flächendeckende Standortkartierung. Dort wird der Boden auf die Nährkraft und das Wasserhaltevermögen untersucht. Durch diese Eigenschaften kommen unterschiedlichen Baumarten für die Standorte in Betracht.

„Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern findet bereits seit rund 30 Jahren statt und ist eine Generationenaufgabe. Ich kann mein Wald nicht von heute auf morgen umbauen“, meint die Forstreferendarin.

Im Wald bei Lockstedt gibt es dafür verschiedene Beispiele. „Hier an dieser Stelle gab es vor sechs Jahren ein Schneebruch. Kieferkronen sind unter der Schneelast abgebrochen, umgekippt und mussten geräumt“, erklärt sie.

Minimalvariante angewendet

An dieser einen Hektar großen Fläche wurde die Minimalvariante angewendet. „Hier wurde der geringste Eingriff gemacht. Man hat den Wald einfach machen lassen“, sagt sie. Die Fläche wurde gepflügt, um den Boden aufzureißen, damit die Baumsamen keimen können. Diese brauchen den nackten Boden. „Dann hat man einfach abgewartet. Alles was steht, ist von alleine angeflogen“, sagt Anna Lena Ehlers, und Helmut Jachalke ergänzt: „Die Natur hat den Waldbesitzer beschenkt.“

Dadurch, dass um die Fläche ausschließlich Kiefern stehen, sind auch auf der Fläche hauptsächlich Kiefern entstanden. Es gibt nur wenige Birken. Die Baumarten sind standortgerecht nach der Handreichung. „Die Baumartverteilung ist zu 98 Prozent Kiefer und zu zwei Prozent Birken“, erklärt Anna Lena Ehlers.

Große Stabilität

Jedoch ist das Ziel beim Waldumbau Mischbestand, weil dadurch eine große Stabilität besteht. Im Falle eines Schadereignisses würde es beim Ausfall einer Baumart noch andere geben.

Der aktive Waldumbau wurde auf einer anderen Fläche im Wald angewendet. „Der ganze Komplex ist etwa sieben Hektar groß und wird seit 2005 umgebaut“, erzählt die Referendarin.

Im Gegensatz zur ersten Fläche gibt es noch den Altbestand der Kiefer. Durch einen Erntehieb wurde Licht am Boden geschaffen und so „kann die nächste Waldgeneration etabliert werden“, erklärt die junge Frau

Dafür wurden Eiche, Buche Küstentanne, Douglasie und Bergahorn gepflanzt. „Alles andere, was hier steht, haben wir gratis dazu bekommen“, sagt Anna Lena Ehlers. So stehen dort 13 Baumarten.

„Bei dieser Fläche mache ich mir keine Sorgen machen, in 20 bis 30 Jahren wird es ein bunter Wald sein“, freut sich Forstreferendarin Anna Lena Ehlers.

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