Im vergangenen Jahr wurden keine Schädlinge gefunden

Auch im Klötzer Wald ist es zu trocken

Eine Erdprobe wurde entnommen.
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Auch der Boden im Klötzer Forst ist trotz Schneefalls zu trocken.
  • Birgit Stephani
    vonBirgit Stephani
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Der Klötzer Forst liegt voll im Trend. Was zunächst wie eine positive Nachricht klingt, ist aber eigentlich mehr ein Grund zur Besorgnis.

Klötze – Bundeswaldministerin Julia Klöckner hat vergangene Woche die Waldzustandserhebung 2020 des Bundesministeriums vorgestellt. Der Bericht zeigt: Die vergangenen drei Dürrejahre, der massive Borkenkäferbefall, Stürme und vermehrte Waldbrände haben in den Wäldern langfristig massive Schäden angerichtet. Die jetzigen Ergebnisse gehören zu den schlechtesten seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984, die meisten Bäume haben lichte Kronen.

Die zentralen Ergebnisse der Erhebung lauten: Noch nie waren so viele Erhebungs-Bäume abgestorben wie 2020. Vier von fünf Bäumen haben lichte Kronen, konkret davon betroffen sind 79 Prozent der Fichten, 80 Prozent der Kiefern, 80 Prozent der Eichen und 89 Prozent der Buchen. 37 Prozent aller Bäume weisen deutliche Verlichtungen auf, das heißt: Bei diesen Bäumen sind mindestens 26 Prozent der Blätter oder Nadeln vorzeitig abgefallen.

„Der Kronenzustand ist wie ein Fieberthermometer – er zeigt an, wie es den Bäumen geht. Die Waldzustandserhebung zeigt: Die hiesigen Wälder sind krank. Wer im Wald unterwegs ist, der sieht die massiven Schäden, die Bilder großflächig abgestorbener Wälder haben sich bei vielen eingebrannt. „Umso wichtiger, dass wir als Ministerium früh und entschlossen gehandelt haben: Mit dem größten Unterstützungsprogramm der Geschichte – insgesamt 1,5 Milliarden Euro stehen zur Verfügung. Wir helfen den Waldbesitzern und Forstwirten effektiv, unkompliziert und schnell, Schäden zu räumen, neue resiliente und standortangepasste Bäume zu pflanzen, die Wälder weiter umzubauen und damit besser an den Klimawandel anzupassen“, sagte die Ministerin.

„Damit werden wir unserer Verantwortung für den Wald und die kommenden Generationen gerecht. Denn wir brauchen unsere Bäume und Wälder in Deutschland: Als Klimaschützer, Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora, Luft- und Wasserreiniger, CO2-Speicher, Arbeitgeber oder zur Erholung für uns Menschen. Uns ist es gelungen, passgenaue Hilfsprogramme aufzulegen: Die Mittel fließen sehr gut ab und kommen zielgenau dort an, wo sie gebraucht werden.“

Auch um den Klötzer Forst steht es nicht wirklich gut. Zum wiederholten Mal mahnte Andreas Rechzygier vom Klötzer Forstamt auf AZ-Nachfrage besonders vor zu trockenen Böden und liefert den Beweis gleich mit. Im Rahmen jährlichen Untersuchung der Baumbestände auf Schädlinge ließ er nur wenige Zentimeter des Erdreiches abnehmen. Und obwohl es zum Zeitpunkt diese Untersuchung gerade geschneit hatte, war der Boden unter der Grasnarbe komplett trocken. Der Forstexperte hat dafür auch eine Erklärung: Die Niederschläge reichen nicht aus. Regen oder auch der Schnee, der jüngst die Altmark in ein weißes Wunderland verwandelten, können dem Boden nicht die Feuchtigkeit geben, die benötigt wird.

Allerdings hat Andreas Rechzygier auch positive Nachrichten. Die Kontrolle auf sogenannte Großschädlinge im vergangenen Jahr hat bewiesen, dass zumindest für Kiefern derzeit keine Gefahr besteht. Es wurden keine Schwellenwerte überschritten und Maßnahmen, um Schädlingen Herr zu werden, sind daher nicht geplant. Somit steht für den Klötzer Forst fest: Die Trockenheit ist das größte Problem.

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