Städtischer Hauptausschuss diskutierte über eine neue Bestattungsform / Steimker stellten Antrag

„Anonym mit Name passt nicht“

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Auf dem Steimker Friedhof ist noch keine Urnenstele vorhanden. Der Ortschaftsrat möchte gerne eine Steinplatte oder auch Säule, auf der sich die Namen von anonymen Bestattungen wiederfinden. Dazu gab es jetzt einen Antrag.

Steimke. Geht es nach den Vorstellungen des Steimker Ortschaftsrates, sollen auf dem örtlichen Friedhof bald Erinnerungsstelen für anonyme Urnenfelder mit einem Namenszug entstehen.

Dieses Thema löste während der jüngsten städtischen Hauptausschusssitzung eine heftige Diskussion aus.

Der städtische Ordnungsamtsleiter Ulf Dittfach betonte, dass die Stadt dazu nicht verpflichtet ist, solche neue Bestattungsformen auszugestalten. „Die Bestattungsformen werden mit dieser Art immer individueller. Es ist ein freiwilliges Angebot und wir können nicht auf jedem Friedhof jede Bestattungsform anbieten. Das sollten wir gut überlegen, weil es auch zusätzliche Kosten verursacht“, stellte der Ordnungsamtsleiter klar.

Steimkes Ortsbürgermeister Frank Kraskowski betonte, dass von zahlreichen Steimkern dieser Bestattungswunsch an den Ortschaftsrat herangetragen wurde. Dem tragen die vier Mitglieder mit dem Antrag an den Stadtrat Rechnung. Kraskowski betonte, dass er seit etwa drei Jahren immer wieder mal gefragt werde, wo für Verstorbene auf dem anonymen Gräberfeld Blumen abgelegt werden können. Er schlage eine Steinplatte, Säule oder Ähnliches vor, wo die eigentlich anonymen Namen dann gesammelt werden und sich wiederfinden.

Allerdings müsste bei der anonymen Urnenbestattung mit Namensschild die städtische Friedhofssatzung geändert werden. Der Hauptausschuss vertagte diese Abstimmung auf die Januar-Sitzung, um noch weitere Wünsche der Ortschaftsräte zu sammeln. „Ich bitte zu beachten, dass es von den Ortschaftsräten bereits mehrere Wünsche zu den Friedhöfen gibt“, merkte Bürgermeister Uwe Bartels an.

Auf dem Steimker Friedhof ist noch keine Urnenstele vorhanden. Offen ist noch, ob auf den anonymen Urnenfeldern auch der Name des Verstorbenen stehen soll. „Dann haben wir anonyme und halbanonyme Gräberfelder“, erklärte das Klötzer Stadtoberhaupt Bartels, der auch daran erinnerte, die Kosten für diese Bestattungsform im Auge zu behalten. „Nicht dass uns die Kosten auffressen“, meinte der Einheitsgemeinde-Bürgermeister.

Für Stadtrat Marco Wille steht hingegen fest, dass sich die Stadt nicht auf allen Friedhöfen der Einheitsgemeinde Urnenstelen leisten kann. Den Punkt anonyme Gräberfelder mit Namensschildern möchte der Wenzer Ortsbürgermeister und Stadtrat nicht anfassen und verändern. Er schlug Gemeinschaftsgräber vor, die die Stadt finanziell nicht belasten und die auch leicht zu pflegen sind.

Der Neuferchauer Stadtrat Henry Hartmann wies daraufhin, „dass wir damit die anonymen Gräberfelder aufheben und eine Teilanonymität schaffen“. Für Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock passen anonyme Gräberfelder mit einem Namenzug überhaupt nicht zusammen. Er ist gegen diese Form der Bestattung.

Von Henning Lehmann

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