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Anlieger der Ziegelstraße wollen beim Ausbau mit ins Boot genommen werden

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Von: Monika Schmidt

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Klötze. „Die Stadt möge das Projekt Ziegelstraße noch einmal überdenken. “ Das ist das Anliegen der Anwohner.

Der 2003 sanierte Abschnitt der Ziegelstraße ist in einem viel schlechteren Zustand als die restliche Straße.
Der 2003 sanierte Abschnitt der Ziegelstraße ist in einem viel schlechteren Zustand als die restliche Straße. © Schmidt

Denn wie stellvertretend für die Anwohner Marco Könnemann und Dietrich Adloff im AZ-Gespräch erklärte, gebe es im Projekt einiges, was verbessert werden könnte. „Warum hat man denn nicht die Alt-Anwohner befragt, die schon beim Ausbau 1989 an der Straße gewohnt haben?“, wundert sich Dietrich Adloff. Sie könnten Auskunft geben, wie die Straße damals gestaltet wurde. Und sie könnten zum Beispiel auch erklären, warum die Ziegelstraße auf der einen Seite intakt ist, auf der anderen Seite sich aber eine lange Spurrille gebildet hat. „Dort liegt noch der alte Bürgermeisterkanal in der Erde“, erklärte Dietrich Adloff. Das alles sei „kostbares Wissen“, auf das die Stadt bei der Planung zurückgreifen sollte, so der Wunsch. Die Zeit drängt, denn bereits im April soll der Ausbau beginnen. „Dann muss bald ausgeschrieben werden. Aber wir wollen nicht, dass wertvolles Steuergeld verschwendet wird, wenn man hinterher feststellt, das hätte besser gemacht werden können“, argumentiert Marco Könnemann. Die Anlieger wollen von der Verwaltung mit ins Boot genommen werden, bei der Planung ein Wort mitreden. Ansonsten befürchten die Anlieger, dass sie eine Straße bekommen, wie sie im ersten Abschnitt von der Kreuzung Salzwedeler Straße bis hinter den Getränkemarkt schon liegt: Obwohl erst 2003 gemacht, weist der Bitumen bereits Risse auf. „Der Abschnitt ist in einem viel schlechteren Zustand als der Rest“, beschreibt Marco Könnemann. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Ausbau der Straße“, betont er. „Aber wenn da Geld von uns reinfließt, dann soll auch etwas Vernünftiges dabei rauskommen. “.

Die Straße hätte nach Ansicht der Anlieger schon längst von der Stadt instand gesetzt werden müssen. „Dann würden zum Beispiel unsere Häuser von den Autos, die durch die Pfützen fahren, nicht mehr nass gespritzt.“ Die Anlieger finden auch, dass im Projekt viel mehr Einlaufschächte als vorgeschrieben eingebaut werden sollen. Die derzeitigen Schächte seien ausreichend, finden sie. Allerdings nehmen sie das Wasser nicht auf, weil die vertiefte Fahrspur genau am Gosseneinlauf vorbeiführt.

In einem Brief an die Stadtratsfraktionen sowie in mehreren Schreiben ans Bauamt haben die 20 Anlieger der Straße ihre Bedenken zusammengefasst. Dass von der Verwaltung keine Reaktion kam, ärgert die Einwohner. Von den Fraktionen erhoffen sie sich neben dem generellen Überdenken des Ausbauplans eine Initiative, die Ziegelstraße anders einzustufen. Würde sie als Hauptverkehrsstraße, die auch überörtlichen Verkehr aufnimmt, eingestuft, verringern sich die Anteile, die die Eigentümer für den Ausbau zahlen müssen. In vielen Navigationssystemen ist die Ziegelstraße als Kreisstraße geführt, obwohl die eigentliche Kreisstraße die Mittelstraße ist. Da diese aber nur als Einbahnstraße zu befahren ist, wird der Verkehr von der Salzwedeler Straße in Richtung Kakerbeck über die Ziegelstraße geführt. „Wir wollen die Fraktionen mobilisieren, dass das Ganze noch mal besprochen wird, bevor eine Ausschreibung gemacht wird“, so die Bitte der Ziegelstraßen-Anlieger um Unterstützung der Kommunalpolitiker.

Von Monika Schmidt

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