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Anhaltende Dürre beeinträchtigt Ernteergebnis massiv

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Von: Birgit Stephani

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Aufgrund der Trockenheit sind Sonnenblumen vertrocknet
Die anhaltende Trockenheit ist auf vielen Feldern gut sichtbar. Die Pflanzen sind zum jetzigen Zeitpunkt weit hinter ihrem Wachstum zurück. © Birgit Stephani

Klötze – Die anhaltende Trockenheit bereitet nicht nur Gartenbesitzern große Sorgen. Besonders die Landwirte der Altmark leiden unter geringen Erträgen auf ihren Feldern. Mit Sorge beobachten das auch Annegret Jacobs vom Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel und Philipp Krümmel, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Lockstedt.

Zwar wurde in den vergangenen Tagen die Weizenernte vielerorts abgeschlossen. Zufrieden ist man beim Bauernverband aber so gar nicht mit dem Ertrag. Während laut Bauernverband (DBV) in einigen Trockengebieten die Erträge bis zu 15 Prozent unter dem langjährigen Mittel blieben, wurden anderswo ansprechende Erntemengen eingefahren.

Insgesamt rechnet der DBV beim Weizen mit einer Ernte von über 21 Millionen Tonnen. Das liegt zwar leicht über dem Niveau von 2021, bleibt aber immer noch um eine Größenordnung von zehn bis zwölf Prozent unter dem Mittel der zurückliegenden Jahre. Deutlich zu erkennen ist dabei, dass der Nordosten Deutschlands wesentlich stärker unter der Trockenheit gelitten hat als der Rest des Landes. Aber auch in den Regionen, in denen die Erntemengen positiv überraschten, gibt es durchwachsene Befunde. Insbesondere dort liegt der preisbestimmende Rohproteingehalt spürbar unter den Werten der zurückliegenden Jahre. Das ist den Witterungsbedingungen, aber auch den im Zuge der Düngeverordnung reduzierten Stickstoffgaben zuzuschreiben und dürfte dazu führen, dass weniger Weizen in Backqualität verfügbar sein wird, sagt der Bauernverband voraus.

Beim Roggen und der Triticale hingegen sieht es derzeit danach aus, dass die Mengen des vergangenen Jahres erreicht werden können. Über die Qualitäten kann der Verband noch keine gesicherte Aussage treffen.

Der Raps hingegen überrascht positiv und liegt nach den derzeitigen Zahlen mit 3,7 Tonnen über dem Wert von 2021. Die Ölgehalte sollen zufriedenstellend ausfallen.

Große Sorgen machen sich die Tierhalter in den Trockengebieten hinsichtlich der Versorgung mit Grünfutter. Dort ist der zweite Grünlandschnitt sehr dürftig oder vereinzelt auch komplett ausgefallen. Auch der Silomais hat unter der Witterung der vergangenen Wochen massiv gelitten, so dass die Futterknappheit nach DBV-Einschätzung größer zu werden droht.

Dem Problem sehen auch Annegret Jacobs und Philipp Krümmel mit Schrecken entgegen. Ihnen ist klar, dass man sich auch für die folgenden Jahre auf vermehrte Trockenheit einstellen muss. Für die Landwirtschaft müssen daher Alternativen gefunden werden. Saatgut, das besser mit trockenem Wetter auskommt, ist dringend erforderlich. Allerdings ist nicht jede Saat geeignet, erklärt Philipp Krümmel. Landwirte, die Futter für Tiere anbauen, stehen vor dem Problem, dass nicht jede Futterpflanze gleich viel Energie für die Tiere liefert. Es müssen daher Lösungen gefunden werden, die allen Ansprüchen gerecht werden.

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