Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wehr hakt / Beförderung abgelehnt

Angespanntes Verhältnis

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Der Klötzer Ortswehrleiter Mirko Pickert berichtete bei der Jahreshauptversammlung über das teils schwierige Verhältnis zur Klötzer Stadtverwaltung.

Klötze. „Ist halt so“, stellte der Klötzer Ortswehrleiter Mirko Pickert am Samstagabend lakonisch fest. Der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung endete kurios: Eigentlich sollte Matthias Veit zum Brandmeister befördert werden.

Er kam auch nach vorne, nahm Urkunde und Ehrenzeichen aber nicht an. „Ich werde die Beförderung nicht annehmen, da ich zum 1. Mai meinen Rücktritt als Zugführer erklärt habe“, sagte der Klötzer Feuerwehrmann. Da sei es nicht richtig, sich noch befördern zu lassen, fand er. Als Grund für seinen Rückzug gab Matthias Veit „die schlechte Zusammenarbeit mit der Stadt“ an.

Matthias Veit (l.) lehnte seine Beförderung mit Hinweis auf die schlechte Zusammenarbeit mit der Stadt ab.

Dass das Verhältnis zwischen der Klötzer Feuerwehr und der Verwaltung im Rathaus nicht intakt ist, wurde an diesem Abend mehrfach deutlich. So wurde deutliche Kritik geübt, dass weder Bürgermeister Uwe Bartels noch ein anderer Vertreter der Verwaltung zur Jahreshauptversammlung erschienen war. Unter anderem „vermisste“ der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Ewertowski einen Vertreter der Stadt. „Es ist ein Zeichen der Unterstützung der Wehr, wenn zur Jahreshauptversammlung ein Stadtvertreter anwesend ist“, erklärte Ewertowski. Einzig Stadtwehrleiter Jan-Christian Jakobs war da und entschuldigte den Bürgermeister, doch auch sein Verhältnis zu den Klötzern ist offensichtlich unterkühlt. „In den vergangenen zwei Jahren ist einiges geradegerückt worden in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung“, schätzte der Stadtwehrleiter seine Amtszeit ein. „Auch wenn man das vielleicht noch nicht so sieht“, schob er einschränkend nach. Durch den Beschluss des Haushalts sei der Stadtrat ein Versprechen eingegangen, das auch ein neues Fahrzeug für die Klötzer Wehr beinhalte. Zudem hofft der Stadtwehrleiter auf den neuen Brandschutzbeauftragten, der in der Verwaltung eingestellt werden soll. „Er trägt dazu bei, dass die Dinger schneller abgearbeitet werden können“, so die Hoffnung von Jan-Christian Jakobs.

Die Klötzer Brandschützer sehen das ganz offenbar anders. Mirko Pickert übte in seinem Jahresbericht deutliche Kritik: „Im Jahr 2017 gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung teilweise recht schwierig“, berichtete er. Die Beschaffung von benötigtem Material, zum großen Teil Ersatzbeschaffungen, verzögert sich immer wieder und führte zum Unmut der Kameraden. Dies ging so weit, dass die Wehrleitung schließlich um ein klärendes Gespräch bat (AZ berichtete). „Der Verlauf ist innerhalb der Wehr ausgewertet“, hielt sich Mirko Pickert zu Details zurück. Es besteht bei der Wehr aber der Bedarf zu einem weiteren Gespräch. Dieses ist für Ende April terminiert. Der Wehrleiter bat um eine entsprechende Beteiligung seiner Aktiven, da der zweite Termin auf ihren Wunsch hin vereinbart wurde.

Immerhin erkannte der Wehrleiter auch noch etwas „äußerst Positives“: Die Bewilligung der zusätzlichen Ausbildungsmaßnahmen, da diese teils auch mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Zum Abschluss gab sich der Wehrleiter optimistisch: Er dankte der Stadt für die „teils gute Zusammenarbeit. Ich hoffe, dass sich die Zusammenarbeit in einigen Bereichen noch verbessert“, schloss er seinen Bericht.

Von Monika Schmidt

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