Seit einem Jahr Flatterband an der Immekather Ruine

„Anblick ist eine Kastastrophe“

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Seit über einem Jahr hängt das Flatterband an der Immekather Ruine. Nun soll es durch einen Zaun ersetzt werden, versicherte Bürgermeister Matthias Mann.

Immekath. Es sollte eine Übergangslösung sein, das Flatterband an der Immekather Ruine. Inzwischen flattert es seit über einem Jahr und macht nicht nur die direkten Anlieger rasend.

„Man kann nicht zufrieden sein, seit es die Einheitsgemeinde Klötze gibt“, ärgerte sich Uwe Schwab. „Bürgermeister Mann verfügt irgendetwas und es wird nie wieder kontrolliert“, so komme es ihm vor. Am 9. Juli 2011 wurde das Absperrband gezogen, da die obersten Steine der Ruine herabzufallen drohten. Aus Gründen der Gefahrenabwehr war das Band die schnellste Lösung, die möglich war. Gleichzeitig versicherte die Stadt aber, dass es nur eine kurzfristige Maßnahme sein werde, dass nach anderen Absperrmöglichkeiten gesucht werde. Passiert ist seitdem nichts.

„Wie sieht denn das aus, wenn Leute zum Friedhof gehen?“, fragte Uwe Schwab. „Das macht einen ganz schlechten Eindruck“, gab er sich selbst die Antwort. Zumal bei Wind das Flattern dermaßen laut sei, dass Beerdigungen in der Kapelle gestört würden.

Als Variante wurde ein Bauzaun ins Spiel gebracht. Aber dieser sorgte bei den Immekathern für noch mehr Empörung. „Es tut mir in der Seele leid um das Bauwerk“, erklärte Uwe Schwab. Schließlich sei der Mauerrest ein Zeugnis aus dem Mittelalter. Nun passiere nichts. „Und wir gucken zu, wie das immer mehr verfällt.“

Im Februar hatte sich eine Kommission für den Erhalt der Ruine gegründet. Immekather, denen das Mauerwerk am Herzen liegt, Vereine, der Ortschaftsrat und die Leaderaktionsgruppe wollten sich ein Projekt überlegen. „Danach haben wir nie wieder etwas gehört“, so Uwe Schwab. „Wir hätten die Mauer bereits Stück für Stück neu verfugen können“, erinnerte er. Doch das könnte Probleme mit dem Denkmalschutz geben, deshalb müssen die Immekather weiter zusehen, wie das Bauwerk verfällt. „Ich weiß, dass das alles nicht am Ortschaftsrat liegt, sondern an den fehlenden Arbeitskräften und dem fehlenden Geld“, betonte Uwe Schwab. Zu warten, bis ein Leaderprojekt für die Sanierung bewilligt sei, falle ihm schwer. Zumal er dieses für völlig überdimensioniert halte. Stattdessen sollte eine kleine Lösung gefunden werden, wünschte er sich.

Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz musste trotzdem um Geduld bitten. „Eine Restaurierung ist erst ab 2013 möglich“, erinnerte er. Und selbst dann, sei es noch offen, ob überhaupt Fördermittel über Leader für das Vorhaben bewilligt würden. Doch gegen das Flatterband müsste schneller Abhilfe geschaffen werden können. Und auch die Infotafel über das Bauwerk, deren Holzpfosten abgefault sind und die seit Monaten gegen die Ruine gelehnt steht, könnte längst wieder neu aufgestellt worden sein. „Der Anblick ist eine Katastrophe“, so das Fazit des Ortsbürgermeisters.

„Mich befriedigt das auch nicht“, betonte der Klötzer Bürgermeister Matthias Mann im AZ-Gespräch. Das Flatterband sollte nur eine Übergangslösung sein, bis ein ordentlicher Zaun aufgestellt werde. Er versicherte, dass sich die städtischen Mitarbeiter in absehbarer Zeit mit dem Thema befassen werden.

Von Monika Schmidt

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