Konzept für den Klötzer Tierpark vorgestellt: Steinzeitspielplatz und Uhu in der Burgruine

Altmark-Zoo statt Arche Noah

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Steinmarder und Uhu sollen im neuen „Altmark-Zoo“ in Klötze künftig eine nachgebildete Burgruine bewohnen. Ratten, Fledermäuse und Kolkrabe werden ihre Nachbarn sein.

Klötze. Erstmals stellte die Arbeitsgruppe Tierpark im Stadtrat am Mittwoch Details aus der neuen Konzeption vor. Von der Arche Noah soll sich der Klötzer Tierpark zum „Altmark-Zoo“ verwandeln.

„In der bestehenden Form ist der Tierpark nicht zukunftsfähig“, machte Arbeitsgruppenleiter Christian Hinze-Riechers deutlich. Tierparkplaner Eckhard Wiesenthal, der die AG unterstützte, versicherte, dass „für einen attraktiven Tierpark die Besucher bis zu 100 Kilometer weit fahren. “.

In Sachen Attraktivität wird sich in der Arche Noah einiges verändern, allerdings abschnittsweise in den kommenden Jahren. „Wir wollen Regionen darstellen“, kündigte Christian Hinze-Riechers an: Steinzeitdorf mit Spielplatz, der Drömling, eine Burgruine, Backsteinkirchen und die Wiege Preußens sind Themen, zu denen „interessante Gehege“ gestaltet werden sollen. Auch eine Wasserlandschaft und eine begehbare Vogelvoliere sind geplant. Sie könnte, so kündigte Bürgermeister Matthias Mann im AZ-Gespräch an, schon im kommenden Jahr als erstes Projekt umgesetzt werden: Über eine Holzständerkonstruktion soll ein Netz gespannt werden – fertig ist die Voliere. Auch für den Waschbären, der sich immer stärker ins besiedelte Gebiet wagt, ist die Gehegegestaltung schon fix: Der mutige Räuber darf mit Mülltonnen im Gehege spielen.

Die bisherige Anlage wird komplett auf den Kopf gestellt: Die Wege werden neu geführt, die bisherigen Tiere verschwinden fast komplett. „Wir wollen uns auf heimische Tierarten beschränken“, erklärte der AG-Leiter. Steinmarder, Marderhund, Fledermäuse, Uhu, Mäuse und Ratten, Schleiereule, Eichhörnchen, Dohle und Kolkrabe, Nutria, Nerz, Rentiere, Hühner, Kaninchen, Schwein und Esel gehören dazu. Im Gehege für Schafe und Ziegen wird es einen „Kontaktbereich“ zum Streicheln geben. In den Steinzeitgarten eingebunden wird ein „Seniorenspielplatz“. Auf dem Urzeitspielplatz soll es eine Steinzeitwerkstatt mit Knochenbleiche, eine Grotte mit dem ausgestorbenen Höhlenbär und einem Wolf sowie ein Gräberfeld geben. Auch ein Thieplatz mit Metgarten ist geplant ebenso wie eine Wasserspielwiese.

Vom Eingangsbereich, der zunächst unverändert vom Kurhaus aus erhalten bleiben soll, gibt es eine Menhirallee als „Weg zurück in die Zukunft“. Nach der vom Uhu und Fledermaus bewohnten Burgruine geht es über den Marderpirschpfad wieder in Richtung Gegenwart.

Perspektivisch ist eine Erweiterung des Zoos über die Schützenstraße geplant. Waldbad, Orchideenwiese und Moorwaldsenke sollen eingebunden werden. Dafür soll ein Tunnel unter der Schützenstraße gegraben werden. Im Erweiterungsbereich können sich die Mitglieder der Tierpark-AG Gehege für Iltis, Wildschwein und Reptilien vorstellen. Auch ein Naturschwimmteich ist geplant. Durch eine Glasfront getrennt soll so das Schwimmen mit Fischotter und Biber möglich sein. Bestandteil des Konzeptes ist der geplante Steg in die Orchideenwiese hinter dem Waldbad, die die Stadt zukünftig stärker vermarkten möchte. Storch und Kranich könnten dort ihre Gehege bekommen. Außerdem ist ein Waldnaturspielplatz an der Moorwaldsenke geplant und es soll ein Birkwildgehege geben. Auch eine kleine Kneippanlage ist vorgesehen.

Bürgermeister Matthias Mann spann den Faden im AZ-Gespräch noch weiter: Auch das ehemalige Ferienlager könnte ins Konzept eingebunden werden. Dort könnte der von Ulrich Koppe angeregte Waldwipfelpfad entstehen.

Das ist aber noch weit entfernte Zukunftsmusik. Zunächst geht es darum, vom Stadtrat ein Okay für die Finanzierung des Projektes zu bekommen. Das soll in der Oktober-Sitzung geschehen, wenn die Verwaltung das betriebswirtschaftliche Konzept für die Vorhaben vorgestellt hat. Unter anderem müssen Personalkosten berücksichtigt werden. „Mit einer Person, so wie jetzt, ist das nicht zu stemmen“, machte Matthias Mann deutlich. Zehn Jahre und mehr – so gab der Klötzer Bürgermeister den Zeitplan für die Umsetzung an. „Trotzdem sollten wir das Ganze optimistisch angehen“, wünschte er sich. Und Hauptamtsleiter Christian Hinze-Riechers versicherte, ohne auf detaillierte Kosten einzugehen: „Am Ende ist eine realistische schwarze Null möglich.“

„Eventuell können wir schon im nächsten Jahr die Abarbeitungsphase einleiten“, wünschte sich der Bürgermeister. Erste Schritte, wie die Vogelvoliere, könnten dann in Angriff genommen werden, aber immer unter Berücksichtigung des Gesamtkonzeptes. Wichtigste Aufgabe sei es dann, für die Projekte die passenden Fördertöpfe zu finden. Auf die Verwaltung und die Arbeitsgruppe kommt so noch eine Menge Arbeit zu, bis die Besucher durch den Klötzer „Altmark-Zoo“ spazieren können.

Von Monika Schmidt

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