27 Austauschschüler aus 17 Ländern im März zu Gast / Praktikanten in den Klötzer Kitas

Die Altmark wird international

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Internationalität in der Altmark: Für 27 Austauschschüler aus 17 Ländern musste AFS-Betreuerin Erika Schultze aus Immekath Gastfamilien, Praktikumsplätze und Schulen finden. Seit Oktober ist sie fast rund um die Uhr mit der Organisation des diesjährigen Midstay beschäftigt.

Immekath. Seit 2007 organisiert Erika Schultze aus Immekath für die Austauschorganisation AFS den „Midstay“ in der Altmark.

Die Austauschschüler aus der ganzen Welt, die ein Jahr in Deutschland verbringen, sollen in diesen 14 Tagen in der Mitte ihres Aufenthalts auch einmal eine neue Region kennenlernen. „Aufgeregt bin ich immer noch“, gibt Erika Schultze vor. Seit Oktober ist sie schon mit den Vorbereitungen für den Midstay im März beschäftigt. „Richtig schlafen kann ich erst wieder, wenn alles überstanden ist. “ Die ganze Familie wird bei der Organisation miteingespannt, jeder muss mit seinen Fähigkeiten helfen, ob beim Kopieren, beim Erstellen der Listen oder anderen Aufgaben. „Einen Vorteil hat die ganze Arbeit aber auch“, freut sich Erika Schultze. „Ich kann schon sehr gut mit dem Computer umgehen. “ Denn der Kontakt zu den Familien und Austauschschülern wird in der Regel per E-Mail und Telefon gehalten.

27 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren aus 17 verschiedenen Ländern kommen im März in die Altmark. Zum Kennenlernen verbringen die Schüler vier Tage in Wolfsburg. Es gibt ein Projekt in der Autostadt, eine Werksführung, den Besuch in der Eishalle und eine Führung durch die VfL-Arena. Sonntagabend geht es dann in die Gastfamilien.

Vor zwei Jahren hat Erika Schultze beim Midstay ein Pilotprojekt gestartet, das in diesem Jahr weiter ausgebaut werden soll: Da in der Region nicht alle Austauschschüler in Schulen untergebracht werden können, machen einige von ihnen in den 14 Tagen ein Praktikum in der Kindertagesstätte. In Kunrau, Kusey, Immekath und Klötze haben sich die Kita-Leiterin bereiterklärt, die Praktikanten aufzunehmen. „Vor zwei Jahren in Immekath war das für die Kita und die Schüler eine super Erfahrung“, erinnert sich die Immekatherin an den ersten Start des Praktikums. Die Kita-Kinder freuten sich über die Abwechslung bei der Betreuung, lernten ferne Länder kennen und erfuhren eine Menge über das Leben anderer Kinder auf der Welt. „Davon haben alle Seiten profitiert“, weiß Erika Schultze von den Berichten aus der Kita und den Erzählungen der Schüler. Die Idee hat sich schnell herumgesprochen, so dass in diesem Jahr gleich mehrere Kitas zur Teilnahme am Praktikum bereit sind. Die Stadt Klötze sicherte ihre Unterstützung, wie schon vor zwei Jahren, zu. „Vielleicht könnte die Stadt ja die Austauschschüler auch mal einladen, um sich vorzustellen“, überlegt die AFS-Betreuerin. Denn außer den vier Tagen zu Beginn und einem Stammtisch mit Auswertung zum Abschluss ist bislang kein weiteres gemeinsames Treffen der 27 Gäste geplant. Erika Schultze hofft allerdings, dass sich einige der Gastfamilien mit ihren Austauschschülern am 9. März auf den Weg zum Immekather Karnevalsumzug machen. Dort hat es vor Jahren schon einmal ein spontanes AFS-Treffen gegeben. „Das war ein großer Spaß“, erinnert sich die Immekatherin.

Neun der 27 Austauschschüler gehen ab 10. März ins Kita-Praktikum, die anderen besuchen die Sekundarschulen in Beetzendorf und Dähre sowie die Gymnasien in Salzwedel und Beetzendorf. Vier werden nach Boizenburg ans Komitee Schwerin abgegeben und dort bei Gastfamilien untergebracht, weil in der dünnbesiedelten Altmark nicht so viele Gastfamilien gefunden werden können. „Dabei achte ich dann darauf, dass das nicht gerade die Austauschschüler sind, die ihr Jahr schon in Norddeutschland verbringen“, erklärt Erika Schultze. Denn schließlich sollen die Gäste beim Midstay eine andere Region in Deutschland kennenlernen.

Die 27 Schüler, die am 6. März nach Wolfsburg anreisen, kommen aus Brasilien, Indonesien, Mexiko, Thailand, Indien, Tschechien, Hongkong, China, Italien, Japan, Venezuela, USA, Kolumbien, Südkorea, Chile, Türkei und Ungarn. Eine der Aufgaben von Erika Schultze ist es, die Schüler beim Midstay so zusammenzustellen, dass kein Land beim Praktikum und in den Schulen doppelt vertreten ist. „Dann können sie sich nicht in ihrer Sprache unterhalten, sondern sind gezwungen, Deutsch zu reden“, beugt die erfahrene AFS-Betreuerin Cliquenbildung vor. Die Sekundarschule Dähre beispielsweise werden Schüler aus China, Mexiko, Brasilien und Japan besuchen, die beiden Praktikanten für die Immekather Kindertagesstätte kommen aus Indonesien und der Türkei.

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