Immer weniger Senioren werden in der Familie gepflegt

Altenpflegerin auf Tour

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Frühstück machen, Tabletten geben, Blutdruck messen: Altenpflegerin Juliane Beyer vom Sozialcentrum Altmark in Klötze, hier mit Ingeborg Hallmann (88), betreut an einem Vormittag zehn alte Menschen von der medizinischen Leistung bis zur Vollpflege.

Klötze. Immer weniger alte Menschen werden von den eigenen Angehörigen gepflegt. 80 667 Pflegebedürftige zählte das statistische Landesamt 2009 in Sachsen-Anhalt, in sehr vielen Fällen sind die Hochbetagten Frauen.

31 Prozent von ihnen wurden in Pflegeheimen betreut, 26 Prozent durch ambulante Pflegedienste zu Hause. Nur 43 Prozent werden noch in der Familie gepflegt. In Thüringen ist es noch jeder Zweite. Diese Zahlen nennt der Barmer-GEK-Pflegereport 2012.

Insgesamt gab es in Sachsen-Anhalt 27 599 Heimplätze. Damit stand rein rechnerisch für 11,3 Prozent der hochaltrigen Patienten ein Heimplatz mit vollstationärer Pflege zur Verfügung.

Die Krankenkasse hat erstmals die Kosten für die Pflege im Lebensverlauf in den Mittelpunkt gestellt. „Die Pflegeversicherung war vom Gesetzgeber nicht als Vollversicherung angelegt worden. Ziel war es, die Pflege durch Angehörige zu Hause maßgeblich zu unterstützen“, heißt es in dem Bericht. Rund die Hälfte der Kosten mussten die Pflegebedürftigen oder ihre Angehörigen selbst bezahlen. Das waren für einen Heimplatz in der höchsten Pflegestufe drei durchschnittlich 2267 Euro. Reichen die Ersparnisse nicht aus, springt die Sozialhilfe ein. „Dabei haben Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung mit fast doppelt so viel Kosten zu rechnen wie Männer“, wird in dem Report vorgerechnet. Im Durchschnitt waren das 31 000 Euro. Im Extremfall können bei stationärer Pflege bis zu 305 000 Euro zusammenkommen.

Dass Pflegebedürftigkeit viele Senioren in der Altmark in die Armut stürzt, glaubt Anke Landmann aber nicht: „Bei unseren Betreuten haben wir nur zwei Patienten, die Leistungen vom Sozialamt beziehen“, sagt die Pflegedienstleiterin des Sozialcentrums Altmark (SCA) in Klötze. Die Altmark-Zeitung sprach mit ihr darüber, wie lange Pflegebedürftige in der eigenen Wohnung bleiben können, welche Vorteile das Altenheim bietet und wie es mit dem Altenpflege-Nachwuchs aussieht.

Außerdem begleitete die AZ Altenpflegerin Juliane Beyer vom ambulanten Pflegedienst des SCA. Sie besucht an einem Vormittag zehn Senioren rund um Klötze.

Von Gerhard Sternitzke

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